Vielleicht kann man verzeihen, aber kann man auch vergessen?

Vorsichtig, um ihn nicht aufzuwecken, drehte ich mich in seinen Armen, um sein Gesicht zu betrachten. Die Haut spannte sich viel straffer als sonst über seine Wangenknochen. Dadurch traten sie noch schärfer hervor. Unter den Augen hatte er tiefe Ringe, die mir gar nicht gefielen und er war blasser als jemals zuvor. Seiner Schönheit tat das keinen Abbruch. Im Gegenteil, er schien aus einer anderen Welt zu kommen. Oder einer anderen Zeit. Auf alle Fälle sah man ihm sofort an, dass er etwas ganz Besonderes war. Vorsichtig strich ich mit meinem Finger über die Schatten unter seinen Augen und seinen Mund. Unter meiner Berührung verzogen sich seine Lippen unwillkürlich zu einem Lächeln.

Mit einem Seufzen legte ich meinen Kopf wieder auf seine Brust. Und genauso unwillkürlich, wie er vorhin gelächelt hatte, legten sich nun seine Arme fester um mich. Mir fielen schon wieder die Augen zu, obwohl ich anscheinend vorher so lange geschlafen hatte. Naja, ich hatte auch einiges nachzuholen. Außerdem hatte ich seit langer Zeit keine Angst mehr davor, einzuschlafen. Es war ein schönes Gefühl.

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Verzeihen ist die schwerste Liebe

Wie kann Rory Danny überhaupt verzeihen? Nach allem was geschehen ist.

»Das erklärt immer noch nicht, was du hier machst“, erwiderte ich scharf.

Sofort wurde sein Gesicht ernst und er senkte den Kopf. Als er mich wieder ansah, war sein Blick voller Reue und er lächelte unsicher.

»Ich bin hier, weil ich dich um eine zweite Chance bitten möchte. Wenn nötig, auf Knien.«

Völlig fassungslos starrte ich ihn an. Aber bevor ich mich sammeln konnte, sprach er weiter. Wieder in diesem eindringlichen Tonfall.

»Ich weiß, dass es nichts ändert, aber trotzdem will ich dir sagen, wie leid mir das alles tut. Es tut mir unendlich leid. Wenn ich gewusst hätte, oder auch nur geahnt … dabei hätte ich es wissen müssen. Aber ich hätte dich doch niemals …Mein Gott, ich darf gar nicht daran denken, was passieren hätte können.«

Er verbarg das Gesicht in seinen Händen. Nun verstand ich und sofort wurde mir eiskalt. Er war nur aus Schuldgefühlen hier. Weil es mir ja so schlecht gegangen war, als er mich vor fast einem halben Jahr verlassen hatte, um nach Italien zu gehen.

»Wer hat dir davon erzählt?« Ich brachte nur ein heiseres Flüstern zustande. Eine Mischung aus Angst und Wut schnürte mir die Kehle zu.

Danny wusste sofort, worauf ich hinauswollte. »Naja, dein Vater hat gestern mit mir darüber gesprochen. Aber als Erstes habe ich es von Caro erfahren.«

»Caro hat dir das hinter meinem Rücken erzählt? Wann?« Wie konnte sie nur?

Danny sah nun schon wieder schuldbewusst aus. »Ich wollte erst einmal mit Caro reden, bevor ich überraschend bei dir auftauche. Ich habe ja nicht gewusst … Zugegeben, das war feig. Aber Caro hat es mir nur erzählt, weil sie mich warnen wollte. Sie hätte nie zugelassen, dass ich auch nur in deine Nähe komme, wenn sie mir nicht geglaubt hätte, dass ich … dass ich dich immer noch liebe.«

In meinem Kopf überschlug sich nun alles. Er war also zurückgekommen, bevor er von meinem Zustand wusste. Und nicht deshalb, weil er irgendwie erfahren hatte, dass es mir seinetwegen nicht so gut ging. Das war ein wenig besser. Aber trotzdem machten seine Worte nicht sehr viel Sinn. Er hatte mir doch deutlich zu verstehen gegeben, dass er nicht mehr mit mir zusammen sein wollte. Was für mich ja auch total nachvollziehbar war. Und jetzt sagte er, dass er mich liebte.

»Also, ich verstehe gar nichts mehr. Aber wenn du nur hier bist, weil du dich verpflichtet fühlst, dann ist es mir lieber, wenn du wieder gehst.«

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Weltkusstag

»Ich denke, ich weiß, was du meinst. Und ich kenne das Gefühl auch, dass man jemanden nur ganz kurz trifft und auf einmal das Gefühl hat, man möchte alles mit ihm teilen. Man möchte alles über ihn wissen und zu allem seine Meinung kennen.«

Plötzlich war Dannys Gesicht ziemlich nah bei meinem. Ich war völlig gefangen von seinem Blick, aber ich wich keinen Millimeter zurück, sondern starrte ihm regungslos in die Augen.

»All das wollte ich von Anfang an von dir wissen. Ich wollte wissen, welche Musik du hörst, welche Filme dir gefallen und ob wir über dieselben Witze lachen. Nein, eigentlich stimmt das nicht. Ich wollte nur eine Bestätigung dafür, dass wir denselben Geschmack und dieselben Interessen haben. Denn ich hatte das Gefühl, dich schon längst zu kennen.« Dann kam er noch ein wenig näher. »Was ich aber jetzt gerade wirklich wissen will, ist, ob sich deine Lippen genauso anfühlen, wie ich mir das vom ersten Tag an vorgestellt habe.«

Noch bevor ich nachdenken konnte, hatte ich es schon laut ausgesprochen. »Dann probiere es doch aus.«

Sofort war sein Gesicht noch näher bei meinem. Viel zu nahe … Es war doch nicht möglich, dass er meinen Puls nicht hörte, denn in meinen Ohren dröhnte er, wie Trommelschläge. Und …

Es war eindeutig zu spät, um noch weiter zu grübeln, denn seine Lippen waren schon auf meinen und ich hatte automatisch die Augen geschlossen. Zuerst wurde mein Körper komplett starr, doch dann legte ich einfach meine Arme um ihn und drückte mich an ihn. Und der Rest … naja …, der ergab sich von alleine.

Ich hatte keine Ahnung, wie viel Zeit vergangen war, als Danny sich von mir löste und ein wenig von mir abrückte.

»Tja, jetzt weiß ich es endlich!« Er klang etwas atemlos und sah auch ein wenig fassungslos aus.

»Und?«, fragte ich, nicht weniger außer Atem als er.

Mit großen Augen musterte er mich immer noch erstaunt. »Also das war …, wie hast du …, überhaupt war das gerade viel …, nein ganz …, nein es war … Also etwas habe ich bei einem Kuss noch nie empfunden. Das war …«, stammelte er herum.

Er schien nicht recht zu wissen, wie er sich ausdrücken sollte. Da ging es mir gerade genauso. Aber ich versuchte es erst gar nicht. Ich zog es vor, zu schweigen.

»Das war ungewöhnlich! So etwas habe ich noch nie erlebt. Geht dir das auch so?«, fragte er dann aber.

Ich runzelte irritiert die Stirn. Was sollte die blöde Frage? Meinte er das ernst? »Ich vermute, nein ich weiß, dass du damit mehr Erfahrung hast, als ich«, antwortete ich trocken.

»Woher willst du das wissen?«

Ich konnte nicht anders, als die Augen genervt zu verdrehen. Wie viel deutlicher musste ich denn noch werden? »Falls du bis jetzt auch nur ein einziges Mal jemand anderen geküsst hast, dann hast du deutlich mehr Erfahrung, also …« Ich brach ab, weil er mich plötzlich so erschrocken ansah.

»Scheiße nein, das war doch nicht dein erster Kuss?«

Was meinte er denn jetzt schon wieder? Würde das jedes Mal so sein mit ihm? Würde das immer so anstrengend sein? »Natürlich. Ich habe dir doch gesagt, dass ich noch keinen Freund hatte.«

»Ja schon, aber es hätte ja sein können …«

»So bin ich nicht!«, fiel ich ihm ins Wort, bevor er es laut aussprechen konnte.

»Rory, das tut mir so leid. Wenn ich das gewusst hätte …«

Wieder einmal hatte er es geschafft, mich wütend zu machen. Er hatte echt eine Gabe dafür.

»Was genau tut dir denn leid?«

Mein verärgerter Tonfall fiel ihm offensichtlich auf, denn er schüttelte gespielt verzweifelt den Kopf. »Schön langsam solltest du einmal aufhören, immer sofort das Schlechteste von mir zu denken«, meinte er dann auch noch tadelnd und grinste dabei. Doch sofort wurde er wieder ernst und beugte sich etwas zu mir, um mir besser in die Augen zu sehen. »Natürlich tut es mir nicht leid, dass ich dich geküsst habe. Was für ein absurder Gedanke. Aber mir tut es leid, dass das gerade dein erster Kuss war.«

Wie bitte? »Was war denn falsch an diesem Kuss? Anscheinend bin ich dafür wirklich zu unerfahren, denn ich habe es jetzt nicht unbedingt so schlecht gefunden«, meinte ich schroff.

»Schon wieder in Angriffshaltung!«, murmelte er spöttisch und wurde aber gleich wieder ernst. »Und du hast natürlich recht. Dieser Kuss war alles andere als schlecht. Ganz im Gegenteil, so etwas wie gerade eben, habe ich noch nie erlebt. Mit niemandem. Und das meine ich im positiven Sinn.«

Danny sah mir prüfend in die Augen. Ihm war wohl klar, dass ich schon aus reiner Gewohnheit seine Aussage anzweifeln würde. »Das musst du mir glauben, denn so etwas sage ich nicht einfach so. So bin ich nicht.« Dann lächelte er wieder. »Aber ich finde, bei einem ersten Kuss sollte das ganze Drumherum etwas romantischer sein. Wir hatten noch nicht einmal eine richtige Verabredung. Deshalb tut es mir leid.«

Etwas zweifelnd sah ich ihn an, aber er sprach schon weiter.

»Also vergiss diesen Kuss …«

Ich schnaubte belustigt. »Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ich das eben jemals vergessen werde?«, unterbrach ich ihn.

 

Wer die ganze Geschichte lesen will, hier geht es zum Buch:

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Happy people have no stories – was ist eigentlich passiert?

Danny ist weg und Rory hat sich nie wieder davon erholt. Das hat sie für immer verändert, aber was ist eigentlich passiert? Hat er sie einfach verlassen? Hat er sie wirklich eiskalt angelogen? Oder gibt es einen Grund für sein Verhalten?

LEGEND_20160702_195717https://www.amazon.de/Dannory-Dunkle-Geheimnisse-Andrea-Kai-ebook/dp/B0167GYQG4/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1467481686&sr=8-2&keywords=dannory

Leseprobe:

https://dannory.wordpress.com/die-dannory-reihe/alle-infos-zu-dannory-dunkle-geheimnisse/leseprobe/

„Heute kennt man von allem den Preis und von nichts den Wert“

Gestern sollte ich meinen Sohn um 16.45 vom Bahnhof abholen. Ich war noch einkaufen und war dann pünktlich da. Auf dem Parkplatz habe ich kurz aufs Handy geschaut und gesehen, dass mein Sohn mir eine Nachricht geschrieben hat. Er würde eine dreiviertel Stunde später kommen.

Na toll! Es hätte 15-20 Minuten gedauert um nach Hause zu fahren, das hätte sich also nicht ausgezahlt. Meinen Tolino hatte ich ausgerechnet da nicht mit, sonst hätte mir die Wartezeit nicht viel ausgemacht. Auf dem Handy wollte ich nicht lesen (da lese ich ab und zu Kindle-Ebooks), da die Sonne sehr geblendet hat. Ja, zu allem Überfluss wäre es ein, zur Zeit so seltener, sonniger Nachmittag gewesen.

Ich bin also in den Bahnhof gegangen und habe mir ein Eis für € 2.40 und eine Zeitschrift für € 2,90 gekauft. Das Eis war lecker, aber nach nicht einmal 10 Minuten weg und die Zeitschrift (es war eine eher nicht sehr anspruchsvolle) war nach 30 Minuten durchgeblättert.

Ich habe innerhalb weniger Minuten über 5 Euro quasi beim Fenster rausgeschmissen. Wir geben für Kleinigkeiten oft sehr unreflektiert Geld aus. Beim Kauf eines Ebooks wird aber anscheinend viel mehr nachgedacht, als beim Kauf eines Kaffees oder einer Zeitschrift. Anders kann ich mir nicht erklären, dass ich die meisten Bücher während einer Preisaktion verkaufe, wo der Preis zwischen € 0,99 und € 1,99 liegt.

Es hat mehrere Jahre gedauert, bis meine Bücher tatsächlich für die Veröffentlichung fertig waren und auch wenn ich im Moment wenig Zeit habe, investiere ich nach wie vor Zeit in meine Bücher. Und was verlange ich dafür? Normalerweise € 2,99 und viel zu oft mache ich eine Preisaktion um wieder sichtbarer zu werden.

Für mich war und ist das Schreiben (noch) ein Hobby und daher geht es mir gar nicht so sehr ums Geld. Aber es geht um Wertschätzung.

Ach ja, meine Sohn hat sich dann noch einmal um 15 Minuten verspätet.

Schreiblaune

Vorletzte Woche hatte ich Urlaub und nun über Pfingsten auch ein verlängertes Wochenende. Da das Wetter ja nicht so besonders war und ich Wichtiges schon im Urlaub erledigt hatte, konnte ich wieder einmal richtig faul sein.

Ich habe also viel gelesen, ein paar Serien geschaut und dann seit langem wieder mal in mein erstes Buch reingeschnuppert. Ich habe einige Änderungen bei der Formatierung vorgenommen und war beim Durchblätttern richtig überrascht, wie gut mir meine eigene Geschichte gefällt. Für manche klingt das jetzt vielleicht blöd. Ich habe es ja selber geschrieben, da sollte es mir ja auch gefallen. Aber tatsächlich habe ich mich in der letzten Phase vor der Veröffentlichung nur mit dem Finden und Korrigieren von Fehlern und Schwächen beschäftigt. Ich habe das, was ich geschrieben habe kritisch hinterfragt und mit anderen Geschichten verglichen. Und als ich dann endlich fertig war und ich mein Buch dann veröffentlicht habe, konnte ich es für eine Weile nicht mehr sehen und hatte auch nur mehr all die vermeintlichen Schwächen im Kopf.

Ich war sogar immer etwas verwundert, wenn ich von Lesern ganz begeistertes Feedback bekommen habe. Aber nun ist etwas Zeit vergangen und zum ersten Mal habe ich meine eigene Geschichte einfach mal nur gelesen. Ohne es zu verbessern, verändern oder zu hinterfragen. Und war eben überrascht, dass es ja wirklich gut ist. Und dass es eben nicht nur aus Schwächen und Fehlern besteht.

Außerdem bin ich prompt wieder auf den Geschmack gekommen und hätte am liebsten gleich wieder mit dem Schreiben begonnen. Aber nächste Woche hat mich die Arbeit wieder, die Kinder brauchen Hilfe für die Schule und die Termine häufen sich.

Aber irgendwann wird es wieder ruhiger in meinem Leben und dann kommen noch viele weitere Bücher, da bin ich mir ganz sicher!

Pause

Pause

So es ist wohl entschieden: ich werde in der nächsten Zeit eher kein Buch mehr schreiben. Es geht sich zeitlich einfach nicht aus und es setzt mich zu sehr unter Druck, wenn ich in jeder (ohnehin schon raren) freien Minute daran denke, dass ich doch nun schreiben könnte. So viele meiner Autorenkollegen schaffen es doch auch, wispert dann immer eine Stimme in meinem Kopf. Du musst nur wollen, sagt sie außerdem.
Darum, aus jetzt mal für eine Weile. In meinem Vollzeit-Job stelle ich mich gerade einer neuen Herausforderung, die Kinder brauchen mich nach der Arbeit trotzdem noch als Hilfe für die Schule und dann ist da noch ein Ehemann, der Haushalt und für Freunde möchte man auch mal Zeit haben.
Ich habe noch wahnsinnige viele Ideen und habe schon zwei weitere Bücher geplottet, aber um ein Buch wirklich komplett fertigzustellen, fehlt mir einfach die Zeit. Schreiben macht mir Spaß und ich werde auch auf diesem Blog weiterhin immer wieder mal einen neuen Beitrag posten, aber mehr wäre mir gerade zu viel.
Irgendwann – vielleicht schon in einem Jahr oder vielleicht auch erst in zehn Jahren – packt es mich wieder. Ich bin ganz sicher, dass ich noch einige Geschichte niederschreiben und veröffentlichen werde. Bis dahin werde ich mich weiter in Autoren- und Büchergruppen tummeln und hoffentlich weiter dazulernen.
Ich freue mich über die positiven Rückmeldungen, die ich für meine beiden Bücher bekommen habe, und werde sich auch noch etwas Werbung für sie machen. Wäre ja schade darum. Und ich werte es für mich als Erfolg, dass ich zwei Bücher geschrieben und veröffentlicht habe. Dass ich nicht aufgegeben habe und den Mut hatte, mein Werk der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Ich habe viel dabei gelernt und bin stolz auf das, was ich (fast) alleine geschafft habe. Und ich bedanke mich noch einmal bei allen, die mich unterstützt haben. Ihr seid die Besten!
So tschüss, bis bald und ihr werdet sicher noch einiges von mir zu lesen bekommen!

Eine meiner Lieblingsautorinnen

$_9Es gibt Autoren, deren Bücher ich kaufe, ohne auch nur auf den Klappentext zu achten, weil ich noch nie enttäuscht wurde. Eine dieser Autorinnen ist Marian Keyes. Ich liebe ihre Geschichten und alle ihre Bücher gehören zu meinen »Wohl-Fühl-Büchern«. Damit ich meine ich die Bücher, die ich immer wieder lese, weil sie mir ein gutes Gefühl geben. Manchmal lese ich das ganze Buch wieder, ein anders Mal vielleicht nur meine Lieblingsszenen.
In ihren Geschichten geht es immer um Frauen, die zwar alles andere als perfekt sind und viele liebenswürdige und sogar verrückte Schwächen haben, aber dennoch auf ihre Weise stark sind. Und obwohl es in allen Geschichten um durchaus ernste Themen, unerfüllter Kinderwunsch, Drogen, psychische Probleme, Tod eines geliebten Menschen, Trennung der Eltern, Alkoholsucht – um ein paar Beispiele zu nennen – geht, plätschern die Geschichten leicht und unterhaltsam dahin. Aber die Ernsthaftigkeit der Themen wird nicht einfach nur auf lustige Weise dargestellt, sondern hinterlässt bei mir eine Art Hoffnung, dass ich vielleicht auch damit umgehen könnte, sollte es mich einmal betreffen.
Was mir besonders gut an den Büchern gefällt ist, dass es fast immer mehr als eine Geschichte gibt, deren Protagonisten auf die eine oder andere Art miteinander verbunden sind. Wie bei dem Film »Tatsächlich Liebe«. Ich mag das und finde es bewundernswert, dass sich mit den Protagonisten oft auch der Erzählstil ändert.
Außerdem gibt es da auch die Familie Walsh. Das erste Buch, das ich von Marian Keyes gelesen habe, handelt von einer der fünf Schwestern dieses Buches. Danach folgten noch Bücher, deren Hauptprotagonistin jeweils eine andere Schwester war. Die Geschichten sind nicht miteinander verbunden und man muss auch die anderen Bücher nicht kennen. Aber man fühlt sich wie ein Teil der Familie, wenn man eine Anspielung auf eine der anderen Schwester versteht.
Auch andere Figuren kommen immer wieder mal in den unterschiedlichen Geschichten vor und auch hier hat man das Gefühl dazuzugehören, weil man als »Insider« die Figur schon kennt.
Gerade habe ich »Neue Schuhe zum Dessert« gelesen und habe mich wieder köstlich amüsiert. Über Gemma, die in ihre eigene Wohnung fährt, um »die Katze zu gießen«, Lilly, die ihrem Anton sexuelle Gefälligkeiten bietet, damit er bei den Bauarbeitern anruft und Jojo, die trotz ihre »Fabelhaftigeit« sehr liebenswürdig ist.
Außerdem geht es in diesem Buch um das Verlagswesen, Literaturagenten und Bücher, die nur wegen der Umstände veröffentlicht werden. Auch wenn es nur eine Geschichte ist, kann man sich durchaus vorstellen, dass es auch in der Realität so passieren könnte.
Mich wundert es fast ein wenig, dass noch keines von Marian Keyes Bücher verfilmt wurde.

Blaubeertage

Achtung: Es könnte ein Spoiler vorkommen. (Man weiß ja oft nicht, was schon als Spoiler gilt, also warne ich lieber.)

Das ist das erste Mal, dass ich hier eine Bewertung über ein Buch schreibe. Und da ich mich nicht als „richtige Buch-Bloggerin“ sehe, werde ich wirklich nur meine Eindrücke beschreiben und nicht erst lang und breit über Cover, Format, Seitenanzahl, etc. schreiben.

Ich fand das Buch so toll, dass ich das einfach mit euch teilen möchte. Ach ja, vielleicht sollte ich mal erwähnen, welches Buch ich überhaupt meine. Es ist, wie der Titel des Blogs schon sagt, „Blaubeertage“ von Kasie West.

Es geht um die 17-jährige Caymen, die zufällig den, im Gegensatz zu ihr, sehr reichen Xander kennenlernt und sich in ihn verliebt. Das ist im Grunde auch schon die Geschichte und von daher ist sie ja erst einmal nicht so besonders.

Aber was sie für mich besonders macht, ist der absolut trockene Humor von Cayemen, ihre sarkastische Art und die witzigen Dialoge. Die ganze Geschichte ist mir während des Lesens immer ein wenig bekannt vorgekommen und auch Caymen hat mich an jemanden erinnert.

Erst nachdem ich das Buch beendet hatte, ist mir aufgefallen, dass es einige Parallelen zu den „Gilmore Gilrs“ gibt. Und ich liebe Lorelei und Rory einfach!

ACHTUNG HIER KOMMT WOMÖGLICH EIN SPOILER!

Genau wie Lorelei ist Susan, Caymens Mutter, ungeplant schwanger geworden und hat den Kontakt zu ihren sehr reichen Eltern abgebrochen. Ohne fremde Hilfe hat sie ihre Tochter mit nur wenig Geld aufgezogen hat sich trotz Geldproblemen geweigert, ihre Eltern um Hilfe zu bitten.

Caymen weiß gar nicht, dass ihre Mutter reich aufgewachsen ist und fühlt sich dem reichen Xander unterlegen und denkt erst, dass sie keine Chance hat, weil sie einfach nicht in seiner Liga spielt. Als sie bei einer Veranstaltung, zu der sie Xander begleitet, ihre sehr reichen und bekannten Großeltern kennenlernt, denkt sie allerdings, dass Xander davon gewusst hat und deswegen auch niemand aus Xanders Familie ein Problem mit ihrer Herkunft hat. Auch das erinnert mich an Rory und Logan, auch wenn die Umstände dort anders waren.

Im Grunde ist die Geschichte wie eine freundlichere und optimistischere Version von den „Gilmore Girls“, da am Schluss alles in Ordnung kommt und sich alle wieder versöhnen, was ja bei den Königinnen-des-schnell-Sprechens aus Stars Hollow ja nicht immer der Fall ist.

Kein Wunder also, dass mir die Geschichte richtig gut gefallen hat und dass ich mich ein wenig in den Humor und die Schlagfertigkeit von Caymen verliebt habe.

Was mich an solchen Büchern aber unheimlich stört, ist das ich mich wie ein absoluter Dilettant fühle, wenn sich sie lese. Ich möchte auch so spritzige Dialoge schreiben  und meine Protagonisten einen so unverwechselbaren Humor verpassen können. Dieses Buch kommt auf alle Fälle auf die Liste meiner Inspirationsquellen!

 

 

Was nun?

Im Moment weiß ich nicht recht, wie es weitergehen soll.

Mein erstes Buch ist eher zufällig entstanden. Ich habe einfach begonnen, all die Geschichten nieder zuschreiben, die sich in meinem Kopf angesammelt hatten. Während über Jahre aus einer Flut von Wörtern und Ideen mit viel Mühe und Einsatz tatsächlich ein Buch entstanden ist, habe ich wahnsinnig viel gelernt.

Die Ziele, die ich mir selber gesteckt hatte, als ich den Entschluss fasste, tatsächlich meine Geschichte als Buch zu veröffentlichen, habe ich eigentlich erreicht. Meine Erwartungen wurden sogar übertroffen.

Aber was nun? Ich habe mir so viel erarbeitet während der letzten Jahre. Und zwar in allen Bereichen, die mit Self-Publishing zu tun haben.

Ich habe mich beim Schreiben weiterentwickelt und weiß nun viel besser, worauf ich achten muss, wie ich was schreiben sollte und auch wie ich, was umsetzten kann. Den Prozess zwischen Schreiben und Veröffentlichen habe ich für mich passend optimiert und das Formatieren der fertigen Datei ist auch schon zur Routine geworden.

Bei Tolino Media, KDP und Create Space weiß ich, wo ich was anklicken oder wie hochladen muss, damit auch alles richtig eingegeben ist.

Ich habe mir ein Netzwerk aufgebaut, habe Follower auf Twitter und meiner Facebook-Seite. Ich weiß, wie man eine Leserunde macht und wo ich wann, Werbung für meine Bücher machen kann.

Also eigentlich sollte ich weitermachen. Vor allem, da ich oft gefragt werde, wann es den dritten Teil meiner Dannory-Reihe geben wird. Ich möchte ja auch weitermachen. Das Schreiben selber macht mir Spaß und Ideen habe ich noch mehr als genug, aber …

Aber mir fehlt einfach die Zeit. Als ich begonnen habe mein erstes Buch zu scheiben, habe ich zwar auch viel gearbeitet, aber eben hauptsächlich körperlich zu Hause in der Landwirtschaft. Dabei hatte ich viel mehr Zeit, meine Geschichte im Kopf weiterzuspinnen. Abends habe ich dann niedergeschrieben, was ich mir tagsüber ausgedacht habe. Das war anstrengend, aber es ging irgendwie. Außerdem habe ich zu Hause gearbeitet und konnte mir meine Zeit so einteilen, dass ich den Kindern mit der Hausübung helfen oder im Haushalt mal was zwischendurch erledigen konnte.

Seit ein paar Monaten arbeite ich aber Vollzeit in einem Büro. Ich sitze also den ganzen Tag vor dem Computer und habe keine Zeit meine Geschichten weiterzuspinnen, weil ich mich etwas mehr konzertieren, muss als beim Kühefüttern. Wenn ich dann nach acht Stunden nach Hause komme, sind ja auch noch die Kinder und der Haushalt.

Kochen, gemeinsam essen, Hausübungen kontrollieren oder besprechen, den nächsten Tag planen und organisieren, Küche aufräumen, schnell die Waschmaschine einschalten, die Kinder ins Bad scheuchen und dann endlich selber mal in Ruhe duschen und Gammelhose anziehen.

Wenn mein Mittel-Kind (der Große ist ja unter der Woche nicht da) um neun ins Bett geht und endlich Ruhe einkehrt, fehlt mir dann ganz einfach die Energie und auch die Motivation, mich noch vor den Computer zu setzen, um noch was zu tun. Und am Wochenende sind auch ständig Termine und wenn nicht, bin froh, einfach mal nichts zu tun.

Einerseits will ich mich doch immer wieder mal aufraffen, um zu schreiben, weil es mir ja doch Spaß macht. Und weil es eben auch schade ist, nun nicht weiterzumachen, jetzt wo ich schon so viel erreicht und mir so Vieles erarbeitet habe.

Andererseits stresst es mich aber auch, dass ich an mich selber die Erwartung habe, dass es weitergehen soll. Wenn ich am Abend zu müde bin oder einfach keine Lust habe, schon wieder vor dem Computer sitzen, habe ich fast schon ein schlechtes Gewissen. Denn eigentlich sollte ich ja bei meiner nächsten Geschichte weiterschreiben. Oder ich sollte mich auf Facebook etwas mehr einbringen, wieder mal was twittern, einen neuen Blogbeitrag schreiben und auf meiner Facebook-Seite was Neues posten. Dranbleiben an dem was ich mir aufgebaut habe. So ein Netzwerk will gehegt und gepflegt werden und für meine Bücher muss ich auf die eine oder andere Art immer wieder mal Werbung machen, sonst rutscht es immer weiter nach unten und wird unsichtbar.

Also ich habe nun für mich entschieden, dass ich mich mehr stressen werde. Wenn ich mal eine ganze Woche weder Zeit noch Lust für meine neue Geschichte oder das Netzwerken für meine schon veröffentlichten Bücher habe, dann ist das eben so. Und wenn ich für mein nächstes Buch wieder mehrere Jahre brauche – was soll`s;)

Außerdem sind meine Kinder ja bald so alt, dass sie mich nicht mehr so viel brauchen und dass ich nicht noch nach der Arbeit Vokabeln abfragen oder bei Gleichungen helfen muss. Der Große ist schon nur mehr am Wochenende zu Hause und die anderen beiden werden auch mit jedem Jahr selbstständiger. Und irgendwann kommt die Zeit, wo ich nach der Arbeit dann wirklich Zeit für mich habe und bis dahin geht mein Wissen ja nicht verloren.

Man weiß nie, was das Leben noch bringt und nach einem guten Start als Hobby-Autorin habe ich jetzt noch viel Zeit, darauf aufzubauen.