Vielleicht kann man verzeihen, aber kann man auch vergessen?

Vorsichtig, um ihn nicht aufzuwecken, drehte ich mich in seinen Armen, um sein Gesicht zu betrachten. Die Haut spannte sich viel straffer als sonst über seine Wangenknochen. Dadurch traten sie noch schärfer hervor. Unter den Augen hatte er tiefe Ringe, die mir gar nicht gefielen und er war blasser als jemals zuvor. Seiner Schönheit tat das keinen Abbruch. Im Gegenteil, er schien aus einer anderen Welt zu kommen. Oder einer anderen Zeit. Auf alle Fälle sah man ihm sofort an, dass er etwas ganz Besonderes war. Vorsichtig strich ich mit meinem Finger über die Schatten unter seinen Augen und seinen Mund. Unter meiner Berührung verzogen sich seine Lippen unwillkürlich zu einem Lächeln.

Mit einem Seufzen legte ich meinen Kopf wieder auf seine Brust. Und genauso unwillkürlich, wie er vorhin gelächelt hatte, legten sich nun seine Arme fester um mich. Mir fielen schon wieder die Augen zu, obwohl ich anscheinend vorher so lange geschlafen hatte. Naja, ich hatte auch einiges nachzuholen. Außerdem hatte ich seit langer Zeit keine Angst mehr davor, einzuschlafen. Es war ein schönes Gefühl.

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Verzeihen ist die schwerste Liebe

Wie kann Rory Danny überhaupt verzeihen? Nach allem was geschehen ist.

»Das erklärt immer noch nicht, was du hier machst“, erwiderte ich scharf.

Sofort wurde sein Gesicht ernst und er senkte den Kopf. Als er mich wieder ansah, war sein Blick voller Reue und er lächelte unsicher.

»Ich bin hier, weil ich dich um eine zweite Chance bitten möchte. Wenn nötig, auf Knien.«

Völlig fassungslos starrte ich ihn an. Aber bevor ich mich sammeln konnte, sprach er weiter. Wieder in diesem eindringlichen Tonfall.

»Ich weiß, dass es nichts ändert, aber trotzdem will ich dir sagen, wie leid mir das alles tut. Es tut mir unendlich leid. Wenn ich gewusst hätte, oder auch nur geahnt … dabei hätte ich es wissen müssen. Aber ich hätte dich doch niemals …Mein Gott, ich darf gar nicht daran denken, was passieren hätte können.«

Er verbarg das Gesicht in seinen Händen. Nun verstand ich und sofort wurde mir eiskalt. Er war nur aus Schuldgefühlen hier. Weil es mir ja so schlecht gegangen war, als er mich vor fast einem halben Jahr verlassen hatte, um nach Italien zu gehen.

»Wer hat dir davon erzählt?« Ich brachte nur ein heiseres Flüstern zustande. Eine Mischung aus Angst und Wut schnürte mir die Kehle zu.

Danny wusste sofort, worauf ich hinauswollte. »Naja, dein Vater hat gestern mit mir darüber gesprochen. Aber als Erstes habe ich es von Caro erfahren.«

»Caro hat dir das hinter meinem Rücken erzählt? Wann?« Wie konnte sie nur?

Danny sah nun schon wieder schuldbewusst aus. »Ich wollte erst einmal mit Caro reden, bevor ich überraschend bei dir auftauche. Ich habe ja nicht gewusst … Zugegeben, das war feig. Aber Caro hat es mir nur erzählt, weil sie mich warnen wollte. Sie hätte nie zugelassen, dass ich auch nur in deine Nähe komme, wenn sie mir nicht geglaubt hätte, dass ich … dass ich dich immer noch liebe.«

In meinem Kopf überschlug sich nun alles. Er war also zurückgekommen, bevor er von meinem Zustand wusste. Und nicht deshalb, weil er irgendwie erfahren hatte, dass es mir seinetwegen nicht so gut ging. Das war ein wenig besser. Aber trotzdem machten seine Worte nicht sehr viel Sinn. Er hatte mir doch deutlich zu verstehen gegeben, dass er nicht mehr mit mir zusammen sein wollte. Was für mich ja auch total nachvollziehbar war. Und jetzt sagte er, dass er mich liebte.

»Also, ich verstehe gar nichts mehr. Aber wenn du nur hier bist, weil du dich verpflichtet fühlst, dann ist es mir lieber, wenn du wieder gehst.«

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Weltkusstag

»Ich denke, ich weiß, was du meinst. Und ich kenne das Gefühl auch, dass man jemanden nur ganz kurz trifft und auf einmal das Gefühl hat, man möchte alles mit ihm teilen. Man möchte alles über ihn wissen und zu allem seine Meinung kennen.«

Plötzlich war Dannys Gesicht ziemlich nah bei meinem. Ich war völlig gefangen von seinem Blick, aber ich wich keinen Millimeter zurück, sondern starrte ihm regungslos in die Augen.

»All das wollte ich von Anfang an von dir wissen. Ich wollte wissen, welche Musik du hörst, welche Filme dir gefallen und ob wir über dieselben Witze lachen. Nein, eigentlich stimmt das nicht. Ich wollte nur eine Bestätigung dafür, dass wir denselben Geschmack und dieselben Interessen haben. Denn ich hatte das Gefühl, dich schon längst zu kennen.« Dann kam er noch ein wenig näher. »Was ich aber jetzt gerade wirklich wissen will, ist, ob sich deine Lippen genauso anfühlen, wie ich mir das vom ersten Tag an vorgestellt habe.«

Noch bevor ich nachdenken konnte, hatte ich es schon laut ausgesprochen. »Dann probiere es doch aus.«

Sofort war sein Gesicht noch näher bei meinem. Viel zu nahe … Es war doch nicht möglich, dass er meinen Puls nicht hörte, denn in meinen Ohren dröhnte er, wie Trommelschläge. Und …

Es war eindeutig zu spät, um noch weiter zu grübeln, denn seine Lippen waren schon auf meinen und ich hatte automatisch die Augen geschlossen. Zuerst wurde mein Körper komplett starr, doch dann legte ich einfach meine Arme um ihn und drückte mich an ihn. Und der Rest … naja …, der ergab sich von alleine.

Ich hatte keine Ahnung, wie viel Zeit vergangen war, als Danny sich von mir löste und ein wenig von mir abrückte.

»Tja, jetzt weiß ich es endlich!« Er klang etwas atemlos und sah auch ein wenig fassungslos aus.

»Und?«, fragte ich, nicht weniger außer Atem als er.

Mit großen Augen musterte er mich immer noch erstaunt. »Also das war …, wie hast du …, überhaupt war das gerade viel …, nein ganz …, nein es war … Also etwas habe ich bei einem Kuss noch nie empfunden. Das war …«, stammelte er herum.

Er schien nicht recht zu wissen, wie er sich ausdrücken sollte. Da ging es mir gerade genauso. Aber ich versuchte es erst gar nicht. Ich zog es vor, zu schweigen.

»Das war ungewöhnlich! So etwas habe ich noch nie erlebt. Geht dir das auch so?«, fragte er dann aber.

Ich runzelte irritiert die Stirn. Was sollte die blöde Frage? Meinte er das ernst? »Ich vermute, nein ich weiß, dass du damit mehr Erfahrung hast, als ich«, antwortete ich trocken.

»Woher willst du das wissen?«

Ich konnte nicht anders, als die Augen genervt zu verdrehen. Wie viel deutlicher musste ich denn noch werden? »Falls du bis jetzt auch nur ein einziges Mal jemand anderen geküsst hast, dann hast du deutlich mehr Erfahrung, also …« Ich brach ab, weil er mich plötzlich so erschrocken ansah.

»Scheiße nein, das war doch nicht dein erster Kuss?«

Was meinte er denn jetzt schon wieder? Würde das jedes Mal so sein mit ihm? Würde das immer so anstrengend sein? »Natürlich. Ich habe dir doch gesagt, dass ich noch keinen Freund hatte.«

»Ja schon, aber es hätte ja sein können …«

»So bin ich nicht!«, fiel ich ihm ins Wort, bevor er es laut aussprechen konnte.

»Rory, das tut mir so leid. Wenn ich das gewusst hätte …«

Wieder einmal hatte er es geschafft, mich wütend zu machen. Er hatte echt eine Gabe dafür.

»Was genau tut dir denn leid?«

Mein verärgerter Tonfall fiel ihm offensichtlich auf, denn er schüttelte gespielt verzweifelt den Kopf. »Schön langsam solltest du einmal aufhören, immer sofort das Schlechteste von mir zu denken«, meinte er dann auch noch tadelnd und grinste dabei. Doch sofort wurde er wieder ernst und beugte sich etwas zu mir, um mir besser in die Augen zu sehen. »Natürlich tut es mir nicht leid, dass ich dich geküsst habe. Was für ein absurder Gedanke. Aber mir tut es leid, dass das gerade dein erster Kuss war.«

Wie bitte? »Was war denn falsch an diesem Kuss? Anscheinend bin ich dafür wirklich zu unerfahren, denn ich habe es jetzt nicht unbedingt so schlecht gefunden«, meinte ich schroff.

»Schon wieder in Angriffshaltung!«, murmelte er spöttisch und wurde aber gleich wieder ernst. »Und du hast natürlich recht. Dieser Kuss war alles andere als schlecht. Ganz im Gegenteil, so etwas wie gerade eben, habe ich noch nie erlebt. Mit niemandem. Und das meine ich im positiven Sinn.«

Danny sah mir prüfend in die Augen. Ihm war wohl klar, dass ich schon aus reiner Gewohnheit seine Aussage anzweifeln würde. »Das musst du mir glauben, denn so etwas sage ich nicht einfach so. So bin ich nicht.« Dann lächelte er wieder. »Aber ich finde, bei einem ersten Kuss sollte das ganze Drumherum etwas romantischer sein. Wir hatten noch nicht einmal eine richtige Verabredung. Deshalb tut es mir leid.«

Etwas zweifelnd sah ich ihn an, aber er sprach schon weiter.

»Also vergiss diesen Kuss …«

Ich schnaubte belustigt. »Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ich das eben jemals vergessen werde?«, unterbrach ich ihn.

 

Wer die ganze Geschichte lesen will, hier geht es zum Buch:

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Happy people have no stories – was ist eigentlich passiert?

Danny ist weg und Rory hat sich nie wieder davon erholt. Das hat sie für immer verändert, aber was ist eigentlich passiert? Hat er sie einfach verlassen? Hat er sie wirklich eiskalt angelogen? Oder gibt es einen Grund für sein Verhalten?

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Leseprobe:

https://dannory.wordpress.com/die-dannory-reihe/alle-infos-zu-dannory-dunkle-geheimnisse/leseprobe/

„Heute kennt man von allem den Preis und von nichts den Wert“

Gestern sollte ich meinen Sohn um 16.45 vom Bahnhof abholen. Ich war noch einkaufen und war dann pünktlich da. Auf dem Parkplatz habe ich kurz aufs Handy geschaut und gesehen, dass mein Sohn mir eine Nachricht geschrieben hat. Er würde eine dreiviertel Stunde später kommen.

Na toll! Es hätte 15-20 Minuten gedauert um nach Hause zu fahren, das hätte sich also nicht ausgezahlt. Meinen Tolino hatte ich ausgerechnet da nicht mit, sonst hätte mir die Wartezeit nicht viel ausgemacht. Auf dem Handy wollte ich nicht lesen (da lese ich ab und zu Kindle-Ebooks), da die Sonne sehr geblendet hat. Ja, zu allem Überfluss wäre es ein, zur Zeit so seltener, sonniger Nachmittag gewesen.

Ich bin also in den Bahnhof gegangen und habe mir ein Eis für € 2.40 und eine Zeitschrift für € 2,90 gekauft. Das Eis war lecker, aber nach nicht einmal 10 Minuten weg und die Zeitschrift (es war eine eher nicht sehr anspruchsvolle) war nach 30 Minuten durchgeblättert.

Ich habe innerhalb weniger Minuten über 5 Euro quasi beim Fenster rausgeschmissen. Wir geben für Kleinigkeiten oft sehr unreflektiert Geld aus. Beim Kauf eines Ebooks wird aber anscheinend viel mehr nachgedacht, als beim Kauf eines Kaffees oder einer Zeitschrift. Anders kann ich mir nicht erklären, dass ich die meisten Bücher während einer Preisaktion verkaufe, wo der Preis zwischen € 0,99 und € 1,99 liegt.

Es hat mehrere Jahre gedauert, bis meine Bücher tatsächlich für die Veröffentlichung fertig waren und auch wenn ich im Moment wenig Zeit habe, investiere ich nach wie vor Zeit in meine Bücher. Und was verlange ich dafür? Normalerweise € 2,99 und viel zu oft mache ich eine Preisaktion um wieder sichtbarer zu werden.

Für mich war und ist das Schreiben (noch) ein Hobby und daher geht es mir gar nicht so sehr ums Geld. Aber es geht um Wertschätzung.

Ach ja, meine Sohn hat sich dann noch einmal um 15 Minuten verspätet.

Schreiblaune

Vorletzte Woche hatte ich Urlaub und nun über Pfingsten auch ein verlängertes Wochenende. Da das Wetter ja nicht so besonders war und ich Wichtiges schon im Urlaub erledigt hatte, konnte ich wieder einmal richtig faul sein.

Ich habe also viel gelesen, ein paar Serien geschaut und dann seit langem wieder mal in mein erstes Buch reingeschnuppert. Ich habe einige Änderungen bei der Formatierung vorgenommen und war beim Durchblätttern richtig überrascht, wie gut mir meine eigene Geschichte gefällt. Für manche klingt das jetzt vielleicht blöd. Ich habe es ja selber geschrieben, da sollte es mir ja auch gefallen. Aber tatsächlich habe ich mich in der letzten Phase vor der Veröffentlichung nur mit dem Finden und Korrigieren von Fehlern und Schwächen beschäftigt. Ich habe das, was ich geschrieben habe kritisch hinterfragt und mit anderen Geschichten verglichen. Und als ich dann endlich fertig war und ich mein Buch dann veröffentlicht habe, konnte ich es für eine Weile nicht mehr sehen und hatte auch nur mehr all die vermeintlichen Schwächen im Kopf.

Ich war sogar immer etwas verwundert, wenn ich von Lesern ganz begeistertes Feedback bekommen habe. Aber nun ist etwas Zeit vergangen und zum ersten Mal habe ich meine eigene Geschichte einfach mal nur gelesen. Ohne es zu verbessern, verändern oder zu hinterfragen. Und war eben überrascht, dass es ja wirklich gut ist. Und dass es eben nicht nur aus Schwächen und Fehlern besteht.

Außerdem bin ich prompt wieder auf den Geschmack gekommen und hätte am liebsten gleich wieder mit dem Schreiben begonnen. Aber nächste Woche hat mich die Arbeit wieder, die Kinder brauchen Hilfe für die Schule und die Termine häufen sich.

Aber irgendwann wird es wieder ruhiger in meinem Leben und dann kommen noch viele weitere Bücher, da bin ich mir ganz sicher!

Pause

Pause

So es ist wohl entschieden: ich werde in der nächsten Zeit eher kein Buch mehr schreiben. Es geht sich zeitlich einfach nicht aus und es setzt mich zu sehr unter Druck, wenn ich in jeder (ohnehin schon raren) freien Minute daran denke, dass ich doch nun schreiben könnte. So viele meiner Autorenkollegen schaffen es doch auch, wispert dann immer eine Stimme in meinem Kopf. Du musst nur wollen, sagt sie außerdem.
Darum, aus jetzt mal für eine Weile. In meinem Vollzeit-Job stelle ich mich gerade einer neuen Herausforderung, die Kinder brauchen mich nach der Arbeit trotzdem noch als Hilfe für die Schule und dann ist da noch ein Ehemann, der Haushalt und für Freunde möchte man auch mal Zeit haben.
Ich habe noch wahnsinnige viele Ideen und habe schon zwei weitere Bücher geplottet, aber um ein Buch wirklich komplett fertigzustellen, fehlt mir einfach die Zeit. Schreiben macht mir Spaß und ich werde auch auf diesem Blog weiterhin immer wieder mal einen neuen Beitrag posten, aber mehr wäre mir gerade zu viel.
Irgendwann – vielleicht schon in einem Jahr oder vielleicht auch erst in zehn Jahren – packt es mich wieder. Ich bin ganz sicher, dass ich noch einige Geschichte niederschreiben und veröffentlichen werde. Bis dahin werde ich mich weiter in Autoren- und Büchergruppen tummeln und hoffentlich weiter dazulernen.
Ich freue mich über die positiven Rückmeldungen, die ich für meine beiden Bücher bekommen habe, und werde sich auch noch etwas Werbung für sie machen. Wäre ja schade darum. Und ich werte es für mich als Erfolg, dass ich zwei Bücher geschrieben und veröffentlicht habe. Dass ich nicht aufgegeben habe und den Mut hatte, mein Werk der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Ich habe viel dabei gelernt und bin stolz auf das, was ich (fast) alleine geschafft habe. Und ich bedanke mich noch einmal bei allen, die mich unterstützt haben. Ihr seid die Besten!
So tschüss, bis bald und ihr werdet sicher noch einiges von mir zu lesen bekommen!