Eine Leseratte und drei Lesemuffel

Meine Kinder lesen nicht. Punkt.

Sie können natürlich lesen und tun das auch, wenn sie von der Schule dazu gezwungen werden. Wobei es das ganz genau trifft; für sie ist lesen nichts, das man freiwillig oder sogar mit Freude und Spaß macht. Selbst wenn ihnen mal langweilig ist, starren sie lieber an die Decke, als dass sie mal ein Buch, und sie hätten genügend schöne, interessante und auch altersgerechte Bücher, in die Hand nehmen würden. Sogar wenn sie einmal ein Buch gelesen haben (gezwungen von mir oder der Schule), das ihnen wirklich gut gefallen hat, dann ist das für sie kein Grund, es noch einmal freiwillig mit einem anderen Buch zu probieren.

Es heißt ja immer, dass man ein Vorbild sein soll. Nun, wenn ich kein Vorbild bin, wer dann? Seit ich lesen kann, ist es mein Lieblingsbeschäftigung. Meine ersten Bücher habe ich oft mehrmals hintereinander gelesen, bis ich ein neues bekommen habe. Später habe ich mir in der Bücherei regelmäßig neuen Lesestoff besorgt. Für eine Weile habe ich sogar in einem Adress-Buch nach den Autorennamen sortiert alle Bücher eingetragen, die ich gelesen habe. Ich lese oft mehrere Bücher nebeneinander; etwas Anspruchsvolles, ein Sachbuch, und eines zum Entspannen. Es gibt Bücher, die ich immer wieder lese, sowie manche Menschen immer wieder ihren Lieblingsfilm ansehen. In jeder freien Minute nehme ich ein Buch zur Hand. Sobald ich eines ausgelesen habe, bin ich fast schon nervös auf der Suche nach meinem nächsten Lesestoff und kann mich erst dann wieder entspannen, wenn ich wieder ein Buch habe, auf das ich mich freue.  Kurz; ein Leben ohne Bücher kann und will ich mir nicht vorstellen und meine Kinder haben das ja ihr ganzes Leben lang miterlebt.

Es heißt auch, man soll den Kindern vorlesen. Hab ich natürlich auch gemacht. Ich habe mich wirklich bemüht, ihnen die Helden und Abenteurer meiner Kindheit näher zu bringen. „Pippi“ natürlich, „Michel von Löneberga“ oder „Momo“. Ich habe mit ihnen die „Unendliche Geschichte“ als Film angesehen und ihnen ganz begeistert erklärt, dass Bastian alleine durch das Mitfiebern beim Lesen ein Teil der Geschichte geworden ist und dass sein Fantasie Fantasia gerettet hat. Ich wollte ihnen vermitteln, wie schön es sein kann, in so eine Geschichte ganz einzutauchen. Mit meinem älteren Sohn habe ich beim Vorlesen von „Michel“ geweint, als dieser versucht, Alfred vor der Blutvergiftung zu retten und sich deshalb ganz alleine durch den Schnee kämpft und ihn dabei fast die Kräfte verlassen.

Aber anscheinend war das alles nicht genug. Keines meiner Kinder kann meine Begeisterung für Bücher verstehen und ich habe eigentlich auch die Hoffnung aufgegeben. Auch wenn das etwas ist, dass mir fast ein wenig weh tut, weil ich denke, dass ihnen so viel entgeht.

Vielleicht werden sie ja meine Geschichte einmal lesen. Irgenwann mal. Wenn ich sie besteche…..

 

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