Ebook kontra „richtige Bücher“

Als die ersten Ebooks herausgekommen sind, war ich auch eine von denen, die gesagt haben, dass ich ein „richtiges“ Buch vorziehen würde und ich mir nicht vorstellen könnte, auf so einem „Kastl“ zu lesen.

Aber dann erzählten immer mehr Bekannte ganz begeistert von ihren Ebook-Readern und den vielen Vorteilen. Gleichzeitig wurde mein Bücherregal immer voller und die Beschaffung immer neuen Lesestoffs war entweder teuer (kaufen) oder zeitaufwendig (aus der Bücherei ausleihen, an Termine dneken und wieder zurückbringen). Als ich dann von der Möglichkeit gehört habe, sich Ebooks kostenlos bei Linzer Stadtbibliothek auszuleihen war ich endgültig überzeugt und habe mir einen Ebook-Reader schenken lassen.

Ich würde ihn wieder hergeben und würde mir sofort einen neuen kaufen, wenn meiner mal den Geist aufgeben sollte. Noch immer höre von vielen Leuten dasselbe Argument, das für mich früher auch gegen so ein Gerät gesprochen hat. Aber mittlerweile kann ich darüber nur mehr den Kopf schütteln. Im Bereich Musik war die Entwicklung ähnlich und mittlerweile ist es für fast jeden selbstverständlich, dass er mit seinem Handy oder Mp3-Player überall Musik hören kann und zudem auch immer seine Lieblingsmusik mit sich herumtragen kann.

Natürlich haben auch LPs ihren ganz eigenen Charme und ich selber habe nach wie vor einen Plattenspieler und höre auch gerne immer noch Platten. Es stimmt, dass es ein ganz anderes Gefühl ist, wenn man vor dem Regal steht und sich erst mal eine Platte aussucht. Dann muss man diese umständlich auspacken und in den Plattenspieler legen. Man kann nicht einfach per Knopfdruck zum nächsten Song springen und manchmal ergibt sich durch Kratzer oder Schmutz auf der Oberfläche ein ganz eigener Sound. Ich mag das und Platten zu hören ist fast schon ein eigenes Ritual geworden, für das ich mir extra Zeit nehme. Aber ich würde deshalb nie auf die modernen Möglichkeiten Musik zu hören verzichten. Ich mag es nämlich auch, dass all meine Lieblingssongs auf meinem Handy und meinem Computer gespeichert sind und dass ich mit Hilfe von Youtube mir je nach Stimmung immer den passenden Song suchen und mir den dann anhören kann, ohne ihn gleich kaufen zu müssen.

Und genauso ist es mit Büchern auch. Ich liebe Bücher. Ich mag es, sie dekorativ in meinem Regal stehen zu haben. Ich mag es darin zu blättern und manche Stellen immer wieder zu lesen. Und ich werde mir wahrscheinlich auch immer wieder mal Bücher kaufen. Aber ich bin auch ganz begeistert von den vielen Vorteilen, die ein Ebook-Reader besonders für mich als Vielleser hat. Ich kann das Gerät ganz leicht in meiner Handtasche überall hin mitnehmen und kann dann jederzeit lesen, wenn ich zum Beispiel mal beim Arzt warten muss. Im Urlaub kann mir nie der Lesestoff ausgehen, denn ich lade mir immer vorher noch alle möglichen Bücher auf den Reader und selbst wenn die ausgelesen sind habe ich immer noch all die anderen Bücher darauf gespeichert.

Aber die zwei wichtigsten Vorteile für mich sind die der Beschaffung und der Aufbewahrung. Die Beschaffung ist entweder günstiger wenn ich mir Bücher kaufe, da Ebooks immer ein bisschen weniger kosten als gedruckte Bücher. Aber ich kaufe mir ohnehin nur die Bücher, von denen ich weiß, dass ich sie immer wieder mal lesen werde. Und da komme ich zum größten Vorteil überhaupt und das ist für mich die Möglichkeit mir die Bücher gratis auszuleihen und das eben von zu Hause aus. Durch eine Mitgliedschaft bei der Linzer Stadtbibliothek habe ich Zugang zur Online-Bibliothek. Es gibt dort Bücher aller Genres (Kinderbücher, Sachbücher, Romane, Hörbücher), Zeitschriften, Mp3s … Der einzige Nachteil ist der, dass man oft länger warten muss, bis ein Buch verfügbar ist, aber das ist bei gedruckten Büchern auch oft der Fall. Aber sonst ist es einfach genial. Wenn ich ein bestimmtes Buch lesen will, dann reserviere ich es und bekomme eine Nachricht, sobald es verfügbar ist. Dann kann ich es mir runterladen und habe dann drei Wochen Zeit es zu lesen. Wenn ich denke, dass ich in dieser Zeit nicht fertig werde oder ich eine Reihe lese und dann alle Teile davon schnell verfügbar sein sollen, dann reserviere ich den Titel einfach gleich noch einmal. Und ansonsten stöbere ich einfach und lasse mich von den Covern und der Beschreibung neugierig machen und lade mir das Buch dann einfach runter, wenn ich denke, dass es mir gefallen könnte. Manchmal stellt sich dann heraus, dass es mir eigentlich doch nicht gefällt oder ich mir was anders vorgestellt habe. Oder ich habe dann doch keine Zeit es zu lesen. Dann ist das aber auch kein Problem, da es mir nichts kostet und ich auch nicht auf Rückgabetermine achten muss. Das passiert alles automatisch. Schon alleine deswegen leihe ich mir nun oft Bücher aus, die ich mir nie ausborgen würde, wenn ich dafür zahlen oder extra deswegen wieder irgendwohin fahren müsste. Manchmal wurde ich dabei sehr positiv überrascht und wenn nicht, dann auch egal. Dann lese ich einfach nicht weiter und muss ich aber um nichts mehr kümmern.

Und mein Bücherregal, das mit den gedruckten Büchern, bleibt überschaubar und trotzdem kann mir nie der Lesestoff ausgehen.

Ich bin also ein Ebook-Fan geworden und bald werde ich einen weiteren Vorteil von Ebooks für mich nutzen, in dem ich meine Geschichte selber als Ebook veröffentlichen werde. Mir geht es ja nicht um eine Karriere als Bestseller-Autorin (obwohl ich natürlich nicht nein sagen würde), sondern ich möchte einfach die Möglichkeit nutzen, mein Werk überhaupt einmal einer breiten Menge vorzustellen.

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