Facebook & Co

Mein Umgang mit den diversen sozialen Netzwerken hat sich in letzter Zeit ziemlich verändert.
Früher war ich hauptsächlich auf Facebook unterwegs und war da eher die stille Mitleserin. Sehr selten habe ich selber etwas gepostet, manchmal etwas geliked oder geteilt. Freundschaftsanfragen habe ich nur an Leute geschickt, die ich auch wirklich kenne und insgesamt war ich dabei auch eher zurückhaltend.
Nachdem letztes Jahr dann für mich feststand, dass ich meinen Roman tatsächlich veröffentlichen werde, war klar, dass dafür auch Werbung notwendig ist, sonst hat das Ganze keinen Sinn. Und das geht nun einmal am einfachsten mit der Hilfe von Social Media.
Ich erstellte also als Erstes meinen Blog und der sollte natürlich eine möglichst große Reichweite haben. Also fing ich dann an, mehr Leute auf Facebook anzuschreiben, was mich am Anfang einiges an Überwindung gekostet hat.
Außerdem habe ich mich auch bei diversen Facebook-Gruppen angemeldet. Den Anfang machte eine Gruppe für Self-Publisher, die mir auch sehr geholfen hat, weil ich alleine durch das Mitlesen viel gelernt habe.
Dann kamen noch Büchergruppen, Bloggergruppen und diverse Autorengruppen dazu. Mittlerweile überwiegen auf meiner Seite die Posts und Beiträge von eigentlich fremden Leuten beiweite, die von privaten Freunden. Tatsächlich begegnen einem in diesen Gruppen aber oft auch manche Leute immer wieder, und mit der Zeit hat man das Gefühl, diese Menschen ein wenig zu kennen.
Mittlerweile hat sich mein Verhalten in sämtlichen sozialen Netzwerken (ich bin auch regelmäßig auf Google+ und Twitter) ziemlich verändert. In erster Linie geht es mir ja darum, mein Buch, bzw. bald meine Bücher, bekannt zu machen.
Natürlich ist mir klar, dass niemand immer nur reine Werbung lesen will und dass man sich auch als Mensch einen Namen machen sollte, um beachtet zu werden. Also versuche ich, regelmäßig Verschiedenes zum Thema Bücher auf meiner »Dannory«-Seite zu posten. Auch auf meiner privaten Seite poste ich häufiger etwas als früher, und in den diversen Gruppen beteilige ich mich regelmäßig bei Umfragen oder Diskussionen. Außerdem teile ich bereitwillig Informationen Rund um das Thema Buch und bin immer bereit, einen anderen Self-Publisher oder Blogger mit einem Like oder auch dem Teilen eines Betrags zu unterstützen.
Mittlerweile hat sich meine Pinnwand (Timeline, Übersicht, …) natürlich auch sehr verändert. Der Blick auf die verschiedenen Seiten ähnelt nun eher dem Durchblättern einer Zeitschrift, die ganz auf meine Bedürfnisse zugeschnitten ist.
Ich erfahre Neuigkeiten aus dem Bereich Self-Publishing, die oft sehr hilfreich sind. Dann gibt es die Buchvorschläge anderer Autoren oder von Bloggern, die ich auch gerne annehme.
Wie ich erst schon erwähnt habe, kommen einem manche Namen immer wieder unter. Und da stellt man dann sehr schnell fest, ob man einen ähnlichen Geschmack hat. Und wenn so jemand ein Buch empfiehlt, regt mich das oft an, es auch zu lesen. Verlagstitel versuche ich in der Onleihe zu bekommen und Indie-Titel (Bücher von Self-Publishern) kaufe ich auch gerne und oft.
Erstens bin ich neugierig, was andere Autoren so schreiben und außerdem bin ich gerne bereit, Kollegen zu unterstützen. Und eine Ausgabe zwischen 0,99 und höchstens 3,99 für ein E-Book ist schnell mal drin. Das geben andere jeden Tag für Zigaretten oder einen Kaffee aus.
Ich bin auch in einigen Blogger-Gruppen, die natürlich immer wieder ihre Beiträge posten. Und da geht es dann nicht nur um Bücher, sondern um Kosmetik-Tests, Rezepte für alles Mögliche oder auch um Mode. Das ist dann sozusagen, der Mode- und Beautyteil meiner persönlichen Zeitschrift.
Auch Beiträge über Politik oder interessante Sachthemen finden sich aufgrund der Auswahl meiner Gruppen immer wieder. Besonders die Posts einiger Mütter-Blogs, denen ich folge, lese ich regelmäßig. Auch die witzigen Kommentare einiger Satire-Seiten, finde ich immer wieder amüsant.
Wie in einer richtigen Zeitschrift gibt es dann noch den Klatsch&Tratsch-Teil, der dann aus den Posts von den Leuten besteht, die ich tatsächlich privat auch kenne.
Somit habe ich jeden Tag aufs Neue eine, meine Interessen angepasste, Zeitschrift zum Durchblättern. Die Inhalte sind immer aktuell und ich kann sie jederzeit neu anpassen.
Ich will nun auch nicht behaupten, dass Social Media-Portale so extrem wichtig sind, und es ohne gar nicht mehr geht. Aber genau wie alle anderen Medien (Fernsehen, Zeitungen, Internet, …), ist es eine Frage, des sinnvollen Konsums und des vernünftigen Umgangs. Wie überall gibt es Menschen, die sich vom Programm ungefiltert berieseln lassen wollen, ohne sich mit irgendwas richtig zu beschäftigen, und es gibt welche, die Social Media-Portale auch sinnvoll nutzen.

Welttag des Buches

Torte

Vor 20 Jahren hat die UNESCO den 23. April zum »Welttag des Buches« erklärt. (Das ist übrigens auch der Todestag von William Shakespeare.)

 Schon immer haben Menschen versucht, ihre Geschichten auf irgendeine Art und Weise weiterzugeben. Es gibt viele Wege, eine Geschichte zu erzählen: mit gemalten Bildern, Fotos, Musik, Filmen oder mit Wörtern. Für mich persönlich, ist das immer noch der beste Weg dafür.
Wenn ich eine Geschichte lese, kann ich mir alles vorstellen, wie ich es will. Wie jemand aussieht, spricht, klingt. Wie man sich vielleicht selber in so einer Situation verhalten würde oder wie man sich wohl fühlt, wenn man so etwas erlebt. Ich kann alles erleben, was ich will und dabei neue Erfahrungen machen. Ich kann mit Atréju Fantasia vor dem Nichts retten, mit Momo gegen die Grauen Herren kämpfen, mit Katniss versuchen, zu überleben, mit Gwendolyn in die Vergangenheit reisen und, und, und….
Mir tun alle Menschen leid, die Geschichten, auf welche Art sie auch immer erzählt werden, nicht zu schätzen wissen. Wie viele Leute gibt es, die jegliche Beschäftigung mit Kunst, und darauf läuft das Vermitteln einer Geschichte schlussendlich immer hinaus, als Zeitverschwendung abtun. (Darüber habe ich schon einmal geschrieben: https://wordpress.com/post/68761064/143/)
Es gibt dazu dieses wunderbare Kinderbuch, das den Wert von Kunst meiner Ansicht nach sehr gut erklärt: »Frederick« von Leo Lionni.
Darin geht es um Mäuse, die alle fleißig Vorräte für den Winter sammeln. Nur Frederick sammelt nicht Nüsse, Samen und Körner, sondern Sonnenstrahlen, Farben, Töne und Geschichten. Die anderen Mäuse verurteilen ihn erst dafür, aber als der lange, kalte Winter kommt, sind die Mäuse zwar satt, aber sehr unglücklich, weil ihnen der Sommer fehlt. Doch dann erzählt Frederick von warmen Sonnenstrahlen, bunten Farben und singt die Lieder der Vögel. So vergeht der lange Winter viel schneller und den Mäusen geht es besser.
Es ist natürlich wichtig und notwendig, dass »sinnvolle Arbeit« erledigt wird, aber ohne so »sinnlosen« Dingen, wie Büchern, Musik und Bildern, wäre unser Leben so viel ärmer.
Außerdem können Geschichten nicht nur unser Leben bereichern, sondern uns auch die Augen für fremde Welten öffnen. Ob wir nun Geschichten von vergangenen Zeiten, fremden Kulturen oder gar erfundenen Welten lesen; sie alle erweitern unseren Horizont und helfen uns, auch über unseren eigenen Tellerrand zu blicken.
In diesem Sinn: Ein Hoch auf alle Bücher!

Reizwort „Rechtschreibprüfung“

Wann immer jemand das Wort »Rechtschreibprüfung« erwähnt, geht ein regelrechter Aufschrei durch die Self-Publishing-Szene. Mich stört daran vor allem, dass alles sehr undifferenziert dargestellt wird. Anscheinend gibt es bei diesem Thema für viele nur schwarz oder weiß und nichts dazwischen.
Auch auf die Gefahr hin, dass einige meine Meinung nicht teilen, möchte ich meine Sicht zu diesem Thema auch einmal darstellen. Und zwar als Leserin und Hobby-Autorin.

Am meisten stört mich, dass niemals zwischen der Art der Fehler unterschieden wird. Es wird alles in einen Topf geworfen und das finde ich vor allem dann sehr eigenartig, wenn das Argument bemüht wird, dass Autoren zumindest die Grundregeln von Rechtschreibung und Grammatik beherrschen sollten.

Dabei stimme ich vollkommen zu und es gibt tatsächlich sehr viele Leute, die sich einfach hinsetzen und schreiben und denken, das die Regeln Für Groß-/Kleinschreibung, dass/das, usw. für sie Keine bedeutung haben („Zwinker, zwinker“). Zurecht jammern die Self-Publisher, die mit Herz und Seele schreiben und vielleicht auch davon leben möchten, dass solche Möchtegern-Autoren dem Ruf aller Self-Publisher schaden.

Aber genau das meinte ich auch mit der Unterscheidung von Fehlern. Es macht für mich sehr wohl einen Unterschied, ob jemand tatsächlich keine Ahnung von Rechtschreibung hat, oder ob jemandem Flüchtigkeitsfehler passiert sind. Und so etwas kann man sehr wohl erkennen und sollte man dann nicht gleich mit „kein handwerkliches Können“ gleichsetzen.

Ich vergleiche das mal mit einem Musiker. Es gibt Menschen, die eine wahnsinnig gute Stimme haben und auch ohne eine musikalische Ausbildung in der Lage sind, einen Song gut zu singen. Natürlich könnten diese Leute wahrscheinlich noch besser werden, wenn sie Unterricht nehmen würden. Und falls sie ihre Songs selbstständig veröffentlichen, dann können die wahrscheinlich auch nicht mit  professionell produzierten Songs mithalten.

Aber wenn sie erstens Musik nur als Hobby betreiben und nur mal wissen wollen, wie sie ankommen bzw. mit ihrer Musik einfach Menschen berühren wollen, haben sie nicht dann trotzdem das Recht zu veröffentlichen? Wenn der Song überzeugt und berührt und die Stimme einem eine Gänsehaut (im positiven Sinn) macht, kann man es dann nicht verzeihen, dass vielleicht die eine oder andere Note nicht hundertprozentig getroffen wurde oder dass die Aufnahme nicht ganz so perfekt ist?

Auch ich sehe das Schreiben als Hobby. Ich schreibe einfach gerne und möchte andere an meinen Geschichten teilhaben lassen. Mir ist es nie darum gegangen, das große Geld mit meinen Büchern zu verdienen, sondern darum, meine Geschichten auch anderen Menschen zugänglich zu machen. Darum habe ich eben nicht in ein professionelles Korrektorat investiert, sondern Freunde um Hilfe gebeten.

Und ja in meinem Buch sind trotz wiederholter Überarbeitung noch Fehler. Das weiß ich und das stört mich selber natürlich auch. Sehr sogar! Aber, und das ist mir wichtig, es sind keine Rechtschreibfehler. Ich bilde mir nämlich ein, sehr wohl Ahnung von Rechtschreibung und Grammatik zu haben. Aber bei mir haben sich wiederholt blöde Schnitzer eingeschlichen, weil ich bei der Überarbeitung nicht nur auf reine Fehler , sondern auf das Gesamtbild achte. So etwas passiert mir oft, wenn mir mein Gefühl sagt, dass ein Satz, den ich wenig verändere, vielleicht doch besser ausdrücken würde, was ich eigentlich im Kopf habe. Dann schreibe ich einfach los, weil ich meine Idee umsetzen will und bin dann schon beim nächsten Satz, bevor ich dazu komme, den eben erst umgeschriebenen noch einmal genau zu prüfen. Dabei passieren Flüchtigkeitsfehler.

Aber meiner Meinung bedeutet das nicht, dass ich grundsätzlich nicht schreiben kann, sondern dass ich wahrscheinlich sorgfältiger arbeiten sollte. Und natürlich finde ich auch, dass es selbstverständlich sein sollte, dass man etwas, das man veröffentlicht, auch sehr gewissenhaft prüft.

Ich kenne Menschen, die einen Text nur auf Fehler hin analysieren können und ich bewundere sie oft dafür. Ich aber betrachte einen Text nicht rein technisch, sondern daraufhin, was ich ausdrücken will. Wenn ich einen Satz lese, egal ob er von mir oder jemand anderen ist, dann sehe ich nicht in erster Linie die Fehler, sondern die Möglichkeiten, ihn zu optimieren. Mir geht es um Ausdruck und Gefühl und das hilft mir dann auch beim Versuch, einer Geschichte Leben einzuhauchen.

Ich habe Fehler gemacht; ja das ist Mist und stört mich selber auch. Sehr sogar! Aber es ist für mich kein Weltuntergang. Hätte man meinen Schreibstil, meine Geschichte und meine Figuren kritisiert, dann wäre das Thema Schreiben für mich erledigt gewesen. Aber die Rückmeldungen zu meinem Buch waren durchwegs positiv. Die Geschichte selber fanden viele spannend und gut umgesetzt und mein Schreibstil wurde mehrmals gelobt. Um beim Vergleich mit einem Musiker zu bleiben; ich glaube, dass ich eine gute Stimme habe, aber nicht immer jeden Ton treffe.

Viele vertreten auch die Meinung, dass es ungehörig ist, Geld für etwas zu verlangen, das nicht professionell korrigiert und lektoriert wurde. Aber diese Meinung kann ich auch als Leserin nicht teilen.

Wenn ich als Leserin weiß, dass das Buch ohne die Unterstützung eines Verlags veröffentlicht wurde, und ich dafür ungerechnet höchstens den Preis eines Latte machiatos zum Mitnehmen bezahle, dann verzeihe ich durchaus ein paar Fehler. Vorausgesetzt, die Geschichte, der Schreibstil und die Figuren überzeugen mich. Und natürlich vorausgesetzt, ich habe das Gefühl, dass der Autor grundsätzlich eine Ahnung von Rechtschreibung und Grammatik hat.

Ich finde einfach, dass man bei diesen Diskussionen um professionelles Korrektorat ja/ nein, auch mal hinterfragen sollte, wie die Umstände der Veröffentlichung sind bzw., was der Autor eigentlich damit erreichen will. Ist es ein Hobby und der Autor will einfach mit Hilfe der Veröffentlichung möglichst vielen Menschen seine Geschichte präsentieren oder geht es darum tatsächlich Geld damit zu verdienen.
Außerdem trifft ja dann letztendlich ohnehin der Leser die Entscheidung, das Buch weiterzuempfehlen oder nicht.

PS: Auch diesen Text habe ich mehrmals überarbeitet, also wenn hier Fehler auftauchen, dann siehe oben!

So viele Bücher!

Letztens habe ich wieder mal mein Facebook-Profil überarbeitet. Unter anderem kann man auch eingeben, welche Bücher man schon gelesen hat. Dabei werden einem auch Bücher vorgeschlagen, die man dann nur mehr anklicken muss.
Ich war ehrlich überrascht, als mir klar geworden ist, wie viele Bücher ich schon in meinem Leben gelesen habe. Bücher, die mir niemals eingefallen wären, wenn sie nicht vorgeschlagen worden wären. Im Endeffekt habe ich dann abgebrochen, weiter auf all die Vorschläge zu klicken, und habe mich stattdessen daran erinnert, dass ich während meiner Schulzeit ein Adressbuch geführt habe, in das ich alle Bücher eingetragen habe, die ich damals gelesen habe. Ich habe darin auch vermerkt, dass ich zwischen 1996 und 2000, laut meinen Aufzeichnungen, 1206 Bücher gelesen habe.
Ich kenne viele Menschen, die über so etwas nur den Kopf schütteln würden. Warum, habe ich nie verstanden. Es gibt so viele Hobbys, die weit teurer und oft auch viel zeitaufwendiger sind, als Lesen und die ich persönlich auch schwachsinnig finde. Aber niemals würde ich jemandem ins Gesicht sagen, dass ich sein Hobby unsinnig finde, und dass er doch mit seiner Zeit etwas Besseres anfangen könnte. Wobei ich mich auch immer gefragt habe, warum viele glauben, dass Lesen sinnloser sei, als beispielsweise Modellflugzeugbau. Jemand, der sich damit beschäftigt versteht dann etwas von Modellflugzeugen, aber ich habe aus Büchern schon so viel mehr gelernt.

Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass ich in einem Micky-Mouse-Heft gelesen habe, dass der Eiffelturm anlässlich der Weltausstellung in Paris 1889 gebaut wurde und ich habe das seitdem nicht vergessen. In »Illuminati« habe ich von diesem riesigen Tunnel des Forschungszentrums »CERN« gelesen, und ewig mit meinem Mann diskutiert, weil er mir nicht geglaubt hat, dass der unterirdische Tunnel wirklich 27 km lang ist (Ist er aber.). Aus zahlreichen historischen Romanen habe ich, angefangen von den Ägyptern, über das Mittelalter und bis zum Entstehen der DDR mehr gelernt, als ich es im Geschichtsunterricht je hätte lernen können. Und wenn es noch so ein »einfacher« Roman war, irgendwas ist immer hängengeblieben. Sei es die Tatsache, dass reines Lavendelöl gegen Verbrennungen hilft (stimmt wirklich), oder dass Kartoffel mehr oder zumindest genauso viel Vitamin C haben wie Zitronen (und somit bei den Goldgräbern in Alaska ein wichtiges Mittel gegen Skorbut waren) oder dass ein selbst gebackenes Weißbrot besser wird, wenn man nur die Hälfte der angegebenen Menge Germ nimmt, den Teig dafür aber doppelt so lange gehen lässt; all das habe ich aus Büchern. Und ich finde das gar nicht so schlecht, wenn man bedenkt, dass ich dafür nicht das Haus verlassen muss, ich mir die Zeit frei einteilen kann und es mir nicht einmal was kosten muss (Onleihe macht es möglich!).
Davon abgesehen kann ich wahnsinnig schnell lesen, ich kann gut querlesen und bin in der Lage, das Gelesene verständlich zusammenzufassen. Und das hilft mir, wenn ich den Kindern beim Lernen helfe (ich habe mir sogar die Grundlagen eines Kohlen-Wasserstoff-Diagrams innerhalb einer halben Stunde angeeignet; nur die Grundlagen zwar, aber immerhin habe ich schon mal davon gehört), im Beruf oder wann immer ich schnelle Informationen zu einem bestimmten Thema finden will. Schnelles Lesen bringt nämlich auch im Internet ziemlich viel.
Ich weiß gar nicht mehr, warum ich dann damit aufgehört habe, mir die Bücher aufzuschreiben; wahrscheinlich, weil die Zeit für das Lesen mit drei kleinen Kindern, einer Baustelle und einer Landwirtschaft einfach nicht mehr gereicht hat. Außerdem war Lesen in dieser anstrengenden Zeit wirklich nur ein Mittel, um kurz mal abzuschalten. Ich habe damals vermehrt »einfache«, lustige Frauenromane ohne viel Tiefgang gelesen. Alles, was zu tiefgründig, traurig, belastend, spannend, intellektuell anregend war, hat mich nicht interessiert. Ich wollte nicht denken, mitleiden oder mitfiebern, sondern nur eine kurze, oberflächliche Ablenkung. Nicht einmal mit Fantasy konnte ich zu der Zeit viel anfangen, weil ich im Hier und Jetzt so ausgelastet war, dass ich es noch nicht einmal schaffte, mich in andere Welten zu träumen.
Als ich jung war, wollte ich etwas lernen, habe mich für fremde Kulturen und vergangene Zeiten interessiert. Dann kam eben die Phase, wo ich Bücher einfach nur zur Ablenkung konsumiert habe, ohne dass ich mich wirklich damit beschäftigen wollte. Und nun, wo mein Leben wieder etwas weniger anstrengend geworden ist und vor allem vieles schon sehr endgültig zu sein scheint, lese ich am liebsten romantische Fantasy. Ich bin verheiratet, habe drei Kinder und habe schlussendlich die Entscheidung, wie mein Leben aussehen soll, getroffen.
Ich will gar nicht wieder jung sein und schon gar nicht will ich mir einen anderen Mann suchen und mit dem noch einmal von vorne beginnen. Aber ich will von der ersten Liebe lesen und träumen. Ich will in meinem Lesesessel sitzen, gemütlich eingepackt in eine Decke und ein Glas Rotwein in Reichweite und davon lesen, wie sich junge Mädchen in gut aussehende, oftmals unerreichbare und mysteriöse Jungen verlieben. Ich will miterleben, wie sie zweifeln, verletzt werden und meistens wieder zueinander finden, mit dem guten Gefühl, dass ich mir das nicht mehr mitmachen muss. Wann immer die Hauptfiguren endlich glücklich vereint sind, schließe ich mein Buch (oder klappe den Tolino zu), sehe meinen Mann an und bin im Grunde ganz zufrieden mit meinem Leben.

Hier ein kurzer Auszug aus meinem Büchlein:Adressbuch2

Jane Austen – immer wieder gerne

Isabell Allende – hat mir damals gut gefallen

J.M Auel – da ging es um Steinzeitmenschen

Georg Büchner – habe ich gehasst

Elmar Breuter  – bedrückend

Agatha Christie – siehe Jane Austen

Alexandre Dumas – spannend

Friedrich Dürenmatt – genial

Umberto Eco – bedrückend

Arthur Golden – sehr interessant

John Irving – lange Zeit mein Lieblingsautor

Ingrid Noll – makaber, aber gut

Christoph Ransmayer – nie wieder!

Leo Tolstoi – langatmig, aber hat mir gefallen

Stefan Zweig – interessant

Und das war nur ein Bruchteil!