Wasser

Heute geht es nur am Rande um das Thema Bücher oder Schreiben. Zumindest mag es auf den ersten Blick so wirken.
Und zwar geht es um diesen heißen Sommer. Prinzipiell mag ich es ja, wenn es heiß ist und man an lauen Abenden lange draußen sitzen kann. Man kann Sommerkleider tragen und die Menschen sind besser drauf. Aber die Hitzewelle heuer war nicht mehr lustig. Es war nur mehr heiß: im Büro (keine Klima-Anlage), zu Hause und vor allem beim Schlafen.
Und mit der Konzentration war es dann nicht mehr weit her. Besonders ab drei, wenn man im Büro das Gefühl hatte, die heiße Luft legte sich wie eine dampfende Decke um meinen Kopf, fiel das Denken zunehmend schwer.
Zu Hause war es aber um nichts kühler, denn als sich die Wohnung mal aufgeheizt hatte, gab es keine Möglichkeit mehr, sie abzukühlen. Das ist wahrscheinlich generell in allen Wohnungen und Häusern schwer, aber bei uns sicher besonders. Unsere Wohnung ist im ersten Stock unseres Vierkanthofes. Sie geht über drei Ecken und ist nach Süden und Osten ausgerichtet. Unsere Räume sind eher niedrig, wir haben viele Fenster ohne Außenrollos (alleine im Wohnzimmer fünf Stück), und da wir viele Eckräume haben, können wir nicht wirklich quer lüften, wenn mal ein erfrischender Hauch kommen sollte.
Es war also heiß; so wie bei allen anderen in der Umgebung auch. Das alleine ist noch kein Grund zum Jammern. Aber bei uns wurde es dann noch einen Tick ungemütlicher, weil wir bald nicht mehr genug Wasser hatten.
Wir haben einen eigenen Brunnen und sonst nie Probleme mit Wassermangel. Aber die lange Trockenheit hat auch bei uns dazu geführt, dass einfach nicht mehr genug Wasser über das Grundwasser in den Brunnen nachlaufen konnte.
Am Morgen hatten wir meistens noch Wasser (Gott sei Dank, sonst hätte ich nach einer verschwitzten Nacht nicht einmal eine Dusche gehabt!), aber im Laufe des Tages sank der Wasserspiegel im Brunnen sosehr, dass wir kein Wasser mehr ins Haus pumpen konnten.
Es war also heiß, wir haben viel geschwitzt und konnten weder ausgiebig duschen, noch Wäsche waschen… Das Abwaschen war zu dem Zeitpunkt dann kein Problem mehr, da ich bei dieser Hitze ohnehin nicht koche und die Kinder sich nur mehr von Gebäck, Tomaten und irgendeiner Jausenwurst ernährt haben.
Bei uns kommt dann natürlich noch dazu, dass wir ca. 30 Rinder haben und jedes davon so um die 100 Liter trinken kann. Täglich! Im Grunde können wir im Haushalt kaum das einsparen, was eine einzige Kuh am Tag an Wasser braucht.
Die letzten Tage vor dem Urlaub waren also wirklich kein Spaß mehr. Im Grunde war ich so fertig und gereizt, dass ich am liebsten zu Hause geblieben wäre, aber das ging nicht, weil wir kein Wasser hatten!!!!!!
Nach der Arbeit bin ich schon jeden Tag zum Badesee gefahren, denn da konnten wir kalt duschen. Aber ich konnte vor dem Urlaub weder Wäsche waschen, noch Geschirr (Gläser und ein paar Teller haben wir ja trotzdem benutzt) spülen oder in der Wohnung wieder mal ein wenig für Ordnung sorgen, weil es einfach nicht ging. Bei mir muss es im Haushalt nicht immer ganz perfekt sein, aber ich hasse es, vom Urlaub nach Hause zu kommen und in allen Ecken stapelt sich die Hausarbeit.
Dafür haben wir im Urlaub so richtig lange geduscht. Mit zweimal schamponieren und Conditioner! Was für ein Luxus!
Ich weiß, dass sich das jetzt echt blöd anhört, aber man weiß echt nicht, was einem alles fehlt, wenn man nicht ausreichend Wasser zur Verfügung hat!
Und was hat das nun mit dem Thema Bücher zu tun? Ganz einfach: unter diesen Umständen war nicht einmal daran zu denken, an einem Buch zu arbeiten oder außer der Arbeit irgendwas Produktives zustande zu bringen.
Aber es hat ein wenig abgekühlt. Zwar sind wir beim Wasserverbrauch immer noch vorsichtig, weil es nicht wirklich ausgiebig genug geregnet hat, aber zumindest ist wieder Wasser da.
Und vielleicht hat mir die kreative Zwangspause ja gut getan, denn in meinem Kopf entwickelt sich gerade der Plot für den dritten Teil meiner Reihe.

PS: Ich weiß ja, dass nicht bei allen meinen Lesern das Wetter gleich war. Sogar innerhalb des kleinen Landes Österreich gab es große Unterschiede, was die Hitze und den Regen anging. Wir wohnen nahe der Donau im oberösterreichischen Zentralraum und sehr oft hat es im Umkreis von 20 km geregnet, nur bei uns ist es trocken geblieben. Wenn man auf den Regen so angewiesen ist wie wir (auch wegen des Futters für die Rinder), dann könnte man da schon manchmal verzweifeln. Aber wie war der Sommer für euch? Habt ihr die Hitze genossen, oder habt ihr euch auch auf eine Abkühlung gefreut?

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