Kapitel 22 und 23

Heute mal Schnipsel aus zwei Kapiteln:

»Allerdings hat sich das wahrscheinlich schon erledigt«, warf Laura ein.

Fast schon ruckartig und völlig synchron drehten Caro und ich unsere Köpfe in Lauras Richtung.

»Tja, da seid ihr baff. Seitdem dieser Typ in der Zeitschrift aufgetaucht ist, scheint er plötzlich überall zu sein. Ständig höre ich irgendwelche Gerüchte über ihn. Wahrscheinlich war das schon immer so, aber mir fällt es erst jetzt auf. Kennt ihr das? Irgendwie ist das seltsam.«

Genervt verdrehte ich meine Augen. Laura sollte endlich zum Punkt kommen und Caro war wohl auch meiner Meinung.

»Und, was wolltest du erst sagen?«

Völlig unbekümmert biss Laura noch einmal von ihrem Brot ab, kaute langsam und schluckte umständlich. Als sie dann auch noch in aller Ruhe zu ihrer Saftflasche griff, in Zeitlupentempo den Deckel abschraubte, um endlich zu trinken, hätte ich ihr die blöde Flasche am liebsten aus der Hand gerissen und ihr den Saft ins Gesicht geschüttet.

Caro sah mich beschwörend an und schüttelte leicht den Kopf. Ich atmete einmal tief durch und versuchte mich ein wenig zu beruhigen.

»Rede endlich!«, platzte Sandra nun endlich raus.

Erstaunt sah Laura sie an. »Na gut, ich wusste ja nicht, dass euch das so brennend interessiert.«

»Darum geht es nicht. Aber du machst das ständig. Erst machst du eine Andeutung und dann hörst du einfach auf, darüber zu reden. Das nervt echt total.«

»Wow, du kannst ja laut werden!«, sagte Caro zu Sandra und sah sie dabei durchaus anerkennend an. »Aber sie hat recht. Erzähl jetzt endlich weiter, okay!«

Dabei warf sie Laura einen ziemlich genervten Blick zu. Die hob nun abwehrend beide Hände, wie um sich zu verteidigen. »Okay, gut. Also eine Bekannte meiner Mutter war letztens zum Kaffee da, und als ich mir in der Küche etwas zu essen geholt habe, habe ich ihnen kurz beim Gespräch zugehört.«

Caro grinste mich vielsagend an. Na klar, Laura bekam immer ganz aus Versehen irgendwelche Gespräche mit.

»Sie arbeitet, welch ein Zufall, bei der Firma Bertani. Und anscheinend sind sich alle einig, dass ein gewisser Dante Bertani ganz offensichtlich schwer verliebt sein muss.«

Ich hörte so gebannt zu, dass ich Caros Stoß mit dem Ellbogen gar nicht richtig wahrnahm.

Laura beugte sich noch näher zu uns. »Angeblich ist er total verändert. Wie ein ganz neuer Mensch. Die Bekannte meiner Mutter hat gesagt, dass er normal immer sehr abweisend und verschlossen war. Nicht unfreundlich oder so, aber auch nicht sehr gesellig. Außerdem soll es Mitarbeiter geben, die nicht gerne mir ihm alleine sind, weil sie fast ein wenig Angst vor ihm haben. Aber seit einigen Wochen sieht man ihn nur mehr lächelnd. Er macht Scherze, er erkundigt sich bei Mitarbeitern, wie ihr Wochenende war, und strahlt dabei über das ganze Gesicht.«

Caro grinste mich verschwörerisch an, aber ich war in Gedanken versunken. Danny hatte mir zwar erzählt, dass er sich im Umgang mit anderen oft schwertut. Aber das, was Laura da erzählt hatte, entsprach überhaupt nicht dem Danny, den ich kannte. Obwohl, am Anfang war er mir auch ernst und unnahbar vorgekommen, aber ich hatte das diesem Hin und Her zwischen uns zugeschrieben. Dass er sich wirklich verändert haben könnte, darauf wäre ich nicht gekommen, auch wenn er mir das schon einmal gesagt hatte.

Also stiegen wir aus und gingen zum Haus. Gleich nach dem Klingeln öffnete uns meine Tante Irene die Tür. »Da seid ihr ja endlich! Wir warten schon ewig.«

Es war drei Minuten nach zwölf!

Sofort war auch Großmutter schon da und verbreitete Hektik. »Na los, gebt mir eure Mäntel. Schnell!«, scheuchte sie uns sofort ins Esszimmer.

Wie immer wurden wir dort erwartet und wie immer fühlte ich mich, als ob ich vor Gericht erschienen war. Was hatte Großmutter nur für ein Problem? Wir waren unter uns und niemand würde uns verhaften, weil wir statt um zwölf, erst um fünf nach mit dem Essen begannen.

Als dann der Braten endlich auf dem Tisch stand, ging es auch schon los. Zuerst bekamen wir von meiner Tante einen Überblick darüber, wie großartig sie und ihre Familie doch waren. Ihre Töchter, meine Cousinen waren vierzehn und sechzehn, waren die Besten in ihren Klassen, die Besten bei ihren vielzähligen Hobbys (Geige, Ballett, Theater) und blieben auch in der Pubertät wohlerzogen und in jeder Hinsicht brav.

Ich musste wohl nicht extra erwähnen, dass die beiden genauso aussahen, wie es sich anhörte. Altmodische Kleidung, die ihrem Alter nicht entsprach, langweilige Frisur, verkniffenes Gesicht und das Wort »Spaß« konnten sie wahrscheinlich, trotz ihrer guten schulischen Leistungen, nicht einmal buchstabieren.

Mein Onkel Heinz, er durfte anscheinend nicht für sich selber sprechen, war befördert worden und meine Tante selber war nun Vorsitzende eines weiteren unsinnigen Vereins, wo sie sich wichtig machen und andere herumkommandieren konnte.

»Und wie läuft es bei euch so?«, endete ihr Bericht.

»Rory hat die Schule geschmissen und arbeitet jetzt bei McDonalds als Putzfrau und ich werde wohl bald arbeitslos sein«, antwortete mein Vater mit unergründlichem Gesichtsausdruck.

Das Allerschlimmste an der Familie meines Vaters war, dass sie noch nie etwas von den Worten »Humor« oder gar »Ironie« gehört hatten. Sie gehörten zu der Sorte von Menschen, denen man sogar einen harmlosen Witz erklären musste und die dann höflich lächelten und immer noch nicht verstanden hatten, was daran witzig war. Diese Leute waren lediglich schadenfroh. Über das Pech und Unglück Anderer konnten sie stundenlang herzlich lachen. Außerdem fiel es ihnen nicht schwer zu glauben, dass mein Vater die Wahrheit gesagt hatte, weil sie uns im Grunde gar nichts zutrauten.

»Das war einer deiner dummen Scherze, oder?«, fragte meine Großmutter dann doch mit zittriger Stimme nach.

Mein Vater seufzte. »Natürlich, Mutter.«

»Na man weiß nie!«, kam es schmallippig von ihr. »Wir hatten schon öfter mal gehofft, dass du Scherze machst und dann hat sich herausgestellt, dass es dein voller Ernst war. Aber lassen wir die alten Geschichten!«

Mit »alte Geschichten« meinte sie, dass mein Vater meine Mutter so jung geheiratet hatte, weil sie schwanger war und sie ihn dann auch noch verlassen hat.

Den Rest des Essens ließen uns die anderen in Ruhe, sie sprachen nur mehr über sich. Nur einmal konnte es meine Großmutter nicht bleiben lassen. Als meine Tante gerade darüber sprach, dass sie ja so froh sei, dass ihre Töchter sich im Gegensatz zu ihren Klassenkollegen anständig kleideten, musterten mich alle von oben bis unten.

Und meine Großmutter seufzte tief und laut. »Du hättest dich wenigstens heute anständig anziehen können«, warf sie mir vor. »Du könntest so hübsch sein, wenn du dich etwas bemühen würdest. Überhaupt könntest du viel mehr aus dir machen.«

Ich trug ein ziemlich festliches Kleid, das halt schwarz war. Meine Cousinen trugen Cordröcke, Strickstrumpfhosen, Blusen und Strickpollunder!

»Rory ist in Ordnung, so wie sie ist«, verteidigte mich mein Vater.

»Findest du nicht, dass Rory sich auch außerhalb der Schule noch eine sinnvolle Beschäftigung suchen sollte? Immerhin werden ihr solche Fähigkeiten später im Leben sicher einmal nützlich sein«, konnte sich meine Tante nicht verkneifen.

»Rory ist im Schwimmverein. Sie geht dreimal in der Woche zum Training.«

»Ach, ich rede aber von Musikunterricht oder dass sie sich in einer gemeinnützigen Organisation engagiert. Was sollte ihr denn Schwimmen schon bringen?«

Mein Vater sah sie etwas irritiert an. »Na immerhin brauche ich mir keine Sorgen zu machen, dass sie mal ertrinken könnte. Ich finde das schon sehr nützlich fürs ganze Leben.«

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Kapitel 21

Nachdem wir Caro nach Hause gebracht hatten, blieb Danny noch ein wenig bei mir. Es war wie meistens niemand zu Hause, aber er schlich sich brav durch den Garten ins Haus.

»Ich mag deine Freundin.«

Danny machte es sich gerade auf der Couch im Wohnzimmer bequem und sprach etwas lauter, weil ich dabei war, in der Küche Tee zu machen. Als ich dann ins Zimmer kam und ihn so entspannt, und als ob es das Normalste der Welt wäre, auf unserer Couch sitzen sah, blieb ich kurz in der Tür stehen, um das Bild auf mich wirken zu lassen. Fragend sah er mich an, aber ich schüttelte nur kurz den Kopf.

»Ich glaube, sie mag dich auch. Sie war heute für ihre Verhältnisse sehr gesprächig.«

»Und dir ist es wichtig, dass sie mich mag.«

»Naja, es ist eher eine Bestätigung für mich, dass ich nicht völlig daneben liege damit, dass ich dich ganz nett finde.«

»Ganz nett, okay!«

»Außerdem ist sie die Einzige, mit der ich über dich reden kann und da hat es seine Vorteile, wenn sie mich zumindest ein wenig verstehen kann«, fügte ich noch hinzu.

Danny runzelte Stirn und sah mich neugierig an. »Glaubst du, dass ihr euch jemals wegen eines Jungen streiten würdet?«

Ich warf ihm ein Kissen an den Kopf. «Du glaubst wohl, dass du unwiderstehlich bist und sich alle in dich verlieben?«

Er lachte. »So habe ich das eigentlich gar nicht gemeint, aber jetzt wo du es sagst … Nein, ich dachte eher daran, was wäre, wenn Caro dich eben überhaupt nicht verstehen würde, was mich betrifft und sie womöglich der Meinung wäre, dass du einen Fehler machst.«

»Es wäre natürlich blöd, weil ich mit ihr dann nicht über dich sprechen könnte, aber wir würden eben versuchen, die Meinung des anderen zu akzeptieren.«

»Um auf das zurückzukommen, was du erst gemeint hast, ihr habt also nicht den gleichen Männergeschmack?«

»Nein nicht wirklich. Sie steht auf Brad Pitt und ich auf Keanu Reeves. Das sagt wohl alles.«

»Keanu Reeves also!«

»Ja, aber ohne den belämmerten Blick, den er manchmal drauf hat. Und größer.« Bedeutungsvoll sah ich Danny an. »Dabei würde dann ungefähr so etwas wie du herauskommen.«

»Na, dann ist es ja gut, dass ich nicht blond und klein bin. Dann hättest du mich keines Blickes gewürdigt, oder?«

Ich dachte kurz nach. »Blond ginge vielleicht noch, aber nur genauso groß wie ich oder womöglich sogar kleiner; das geht gar nicht. Ach ja, und diesen einschüchternden Blick von Christopher Lambert als »Highlander« in der Szene, als er von der Polizei verhört wird, den hast du auch ganz gut drauf.«

»Den Film müssen wir uns mal zusammen ansehen. Dieser Blick würde mich echt interessieren.«

Nun war ich aber auch neugierig geworden. »Welche Schauspielerinnen gefallen dir?« Ich hatte ja im Grunde keine Ahnung, welchen Frauentyp er bevorzugte. Und ich würde sicher nicht fragen, wie seine Ex aussah.

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Kapitel 20

»Aber bitte, kein Wort zu irgendwem! Vor allem nicht zu ihr!«, meinte ich mit einem Blick zu Laura, die nun gerade auf uns zukam.

»Was denkst du von mir? Du solltest mich besser kennen. Das hättest du mir nicht erst sagen müssen«, entrüstete sich Caro.

Übertrieben entsetzt sah Laura mich an. »Du sprichst! Am Morgen! Schon vor der ersten Pause! Ich fasse es nicht. Was ist nur mit dir geschehen?«

Wir antworteten beide nicht, sondern gingen schweigend in die Klasse an unseren Platz. Laura ließ sich wie üblich nicht abwimmeln und setzte sich auf unseren Tisch. Völlig ungeniert starrte sie mich an. Dann fuchtelte sie mit ihrem Zeigefinger so wild vor meinem Gesicht herum, dass ich erschrocken zurückwich. »Hah, jetzt kannst du es aber nicht mehr leugnen, dass da irgendwas mit einem Jungen läuft. Hab ich recht?«

»Ich weiß nicht, wovon du redest. Ich interessiere mich nicht für Jungs. Die sind mir zu unreif.«

Caro verschluckte sich neben mir gerade an ihrem Tee und konnte nur mit Mühe einen Lachanfall unterdrücken. Laura musterte mich weiter argwöhnisch.

»Aber irgendwas ist da los. Du strahlst heute irgendwie und normal bist du um diese Zeit noch nicht ansprechbar. Aber wenn da doch was mit jemandem läuft, dann bekomme ich das sowieso raus, das ist euch doch klar? Ihr könntet mir auch gleich sagen, wer es ist.«

»Mein Gott, wer würde schon was mit einem Freak wie Rory anfangen«, mischte sich Melanie wieder einmal ungefragt ein.

»Wer da der Freak ist«, murmelte Caro und Laura war zwar oft eine Nervensäge, aber in solchen Situationen konnte man sich auf sie verlassen.

»Ach wie läuft es den mit deinen Plänen, was diesen Typen aus der Zeitung angeht? Weißt du schon, in welches Fitnessstudio er geht?«, fragte sie Melanie mit zuckersüßer Stimme.

Aber die blieb davon unbeeindruckt und sagte mit nicht nachvollziehbarem Selbstbewusstsein: »Nein, aber ich habe mich in seiner Firma als Ferialpraktikantin beworben und habe schon eine Zusage bekommen. Da werde ich ihn dann sicher kennenlernen.«

Nun war ich diejenige, die sich verschluckte. Melanie sah mich verächtlich an. »Und kommt ja nicht auf dieselbe Idee. Euch würden sie sowieso nicht nehmen. Man braucht schon eine gewisse Reife dafür.« Sie warf ihre Haare schwungvoll zurück und stolzierte wie eine Königin an uns vorbei. Laura sah ihr kopfschüttelnd nach, während mir Caro noch immer auf den Rücken klopfte. Aber weniger, weil ich immer noch hustete, als mehr zur Beruhigung.

»Wenn du mich nur ein kleines bisschen magst, dann sorg bitte dafür, dass ich dabei bin, wenn sie dich zum ersten Mal mit deinem Freund sieht. Das Gesicht muss ich unbedingt sehen«, raunte mir Caro zu.

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Kapitel 19

Ich würde ihm sicher nicht erzählen, dass in den letzten Wochen an Training nicht einmal zu denken war. Er musste nicht unbedingt erfahren, wie verrückt ich tatsächlich war. Denn wenn er es wüsste, würde er mit Sicherheit ganz schnell, so weit wie möglich weglaufen.
Ich versuchte, ihn abzulenken. »Willst du nun das Haus sehen?«
»Ich gebe zu, dass ich neugierig bin. Du warst gestern mit deinen Fragen immer schneller als ich, vielleicht erfahre ich ja so etwas mehr über dich.«
»Hier unten haben wir also das Wohnzimmer, die Küche, den Essbereich und ein Bad«, kommentierte ich meine Führung durch die Räume.
Am meisten interessierten Danny natürlich die Fotos, die im Wohnzimmer an der Wand hingen. Leider auch Kinderfotos von mir. Grinsend betrachtete er sie ganz genau. Dann drehte er sich um und wollte gerade etwas sagen, aber ich kam ihm zuvor.
»Sag es nicht!«, warnte ich ihn.
Mit einer Unschuldsmiene sah er mich an. »Was soll ich nicht sagen?«
»Das eine Wort sollst du nicht sagen.«
»Ach du meinst sicher süß? Aber das wollte ich gar nicht sagen. Ich wollte sagen, dass du da sehr niedlich aussiehst«, sagt er grinsend.
»Pah, das ist ja noch schlimmer als süß.«
»Sieh es doch als Kompliment!«, zog er mich weiter auf.
»Wenn ich eines nicht sein will, dann ist das süß oder gar niedlich. Das ist kein Kompliment, sondern eine Beleidigung.«
»Was würde wohl passieren, wenn ich sage, dass ich dich süß finde?« Er genoss das Ganze ziemlich.
Übertrieben freundlich lächelte ich ihn an. »Sag es doch einfach nicht. Es würde dir viel Ärger ersparen!«
»Also das Gesicht war gerade zum Fürchten. Du kannst auch ziemlich angsteinflößend sein, weißt du das?«
»Genau deshalb solltest du mich nicht provozieren!«, warnte ich ihn.
»Ist das deine Mutter?«, fragte er dann wieder ernster und deutete auf ein Bild.
»Ja, das ist sie. Mein Vater konnte sich bis jetzt noch nicht durchringen, es wegzuräumen. Es hat ziemlich lange gedauert, bis er darüber hinweggekommen ist. Er hat es einfach nicht verstanden. Sie hat ihm ja keinen richtigen Grund gesagt und das hat ihn sehr lange beschäftigt. Darum gönne ich es ihm ja auch, dass er wieder jemanden kennengelernt hat. Aber ich glaube, ganz hat er es immer noch nicht verarbeitet. Das wird er wahrscheinlich auch nicht können, solange es keinen echten Schlussstrich gibt. Und so wie es aussieht, wird es den nie geben.«
»Das klingt wahrscheinlich blöd, aber ihr Gesicht kommt mir bekannt vor. Du siehst ihr natürlich auch ähnlich, aber auch sonst …« Nachdenklich starrte er auf das Foto. »Auf alle Fälle ist sie sehr hübsch«, meinte er dann.
Er schien mir anzumerken, dass ich nicht gerne darüber sprach, also ging er zur Treppe. »Und da oben ist dein Zimmer, nehme ich an?«
Ich seufzte ein wenig. »Ja.« Ich ging vor ihm die Treppe rauf und blieb vor meiner Zimmertür stehen.
»Was ist?«
»Ach ich frage mich nur gerade, was du von meinem Zimmer halten wirst. Womöglich wird dir nun so richtig klar, dass ich wirklich erst vierzehn bin.«
»Wieso? Ist deine Bettwäsche rosa mit Ponys drauf?«, grinste er.
»Ich hatte niemals rosa Bettwäsche mit Ponys«, fauchte ich ihn an.
»Habe ich dir schon gesagt, dass du süß bist, wenn du dich aufregst?«, fragte Danny dann auch noch mit einer Unschuldsmiene.



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Kapitel 18

Noch einmal musterte mich Danny, dann lächelte er. »Wie du willst. Also gut, möchtest du noch ein Dessert?«
»Blöde Frage.«
Er grinste. »Na gut, magst du Eis?«
Ich verdrehte meine Augen. »Noch blödere Frage!«
»Dann wäre es wohl besser, wenn du dir selber eines aussuchst. Komm her!« Danny öffnete die Tür seines Gefrierschrankes.
»Meine Güte hast du viel Sorten Eis hier. Hat das einen bestimmten Grund?«
»Das ist eine spezielle Marke aus Italien. Die Lieblingsmarke meines Vaters. Meine Mutter sorgt immer dafür, dass wir alle paar Monate eine Lieferung bekommen und dann bestellt sie gleich dementsprechende Mengen.«
»Das sind ja Wahnsinnssorten! Oh mein Gott, Minze mit Schokoladestücken!«
»Such dir eines aus.« Danny freute sich über meine offensichtliche Begeisterung. Mit zwei Löffeln ging zur Couch. »Nimm dir eines und komm her damit.« Er suchte eine Videokassette und legte sie in den Rekorder. »Setz dich! Ich hab mir gedacht, ich zeige dir einfach eine meine Lieblingsserien, wenn du möchtest.«
»Sicher gerne.«
Ich wollte gerade das Eis öffnen, es war ein Halbliter-Becher und sah wirklich lecker aus, doch Danny nahm er mir das Eis wieder aus der Hand. »Nein warte, ich stelle es nur ganz kurz in die Mikrowelle. Es ist besser, wenn es schon etwas weich ist«, beantwortete er meine unausgesprochene Frage. »So nun, koste«, bat er mich und reichte mir den Becher. Fast schon erwartungsvoll sah er mich an.
Oh mein Gott, war das lecker. Ich hatte noch nie so gutes Eis gegessen, und ich war quasi Expertin auf diesem Gebiet.
»Und? Du siehst aus, als ob es dir schmecken würde.«
»Ganz ehrlich, du hättest dir viel erspart, wenn du mir einfach so ein Eis mitgebracht hättest.«
»So gut also?«, lachte er.
»Du bist wirklich der Einzige hier, von dem ich das bekommen kann? Ich bin dir hiermit offiziell verfallen. Du wirst mich nie wieder los!«, sagte ich mit voller Überzeugung.
Danny lachte laut. »So leicht bist du zu haben? Das genügt schon?«
»Machst du Witze? Es gibt nur wenige Dinge, auf die ich nicht verzichten kann. Bücher, Schokolade und Eis. Und das ist das beste Eis der Welt, da bin ich mir ganz sicher. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendwas besser schmecken könnte.«
»Ich schon.« Er war nähergekommen und heftete seine Augen auf meinen Mund.

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Kapitel 17

Ich würzte die Soße erst einmal mit Salz und ein paar getrockneten Kräutern, die ich im Gewürzregal entdeckt hatte.
»Hast du noch etwas guten Essig?«
Danny holte eine Flasche aus einem Schrank.
»Gib ein bisschen was davon in die Soße. So und jetzt koste mal!« Ich hielt ihm den Löffel hin.
»Nicht schlecht. Dann werde ich mal den Tisch decken.«
Danny stellte sogar einige Kerzen auf den Tisch und zündete sie an.
»Na geht doch mit der Romantik«, meinte ich grinsend.
»Da geht sogar noch mehr.« Er nahm mich beim Arm und geleitet mich zum Tisch. Dann rückte er mir den Stuhl zurecht, bevor er das Essen servierte.
»Sehr höflich, danke«, sagte ich.
Er schüttelte grinsend den Kopf. »So ist das bei uns Reichen. Bei uns wird auf gute Manieren immer noch großer Wert gelegt«, sagte er mit einer betont näselnden Stimme.
Ich musste lachen.
»Möchtest du zum Essen etwas anderes trinken? Ich nehme nicht an, dass du regelmäßig Wein trinkst?«
»Aber sicher doch, ich bin ein riesiger Weinfan und könnte stundenlang mit dir über die verschiedenen Jahrgänge diskutieren. Nein, Scherz beiseite, ich bleibe beim Wasser. Aber ich habe kein Problem damit, wenn du ein Glas Wein trinkst. Oder auch zwei. Ich meine, wenn du das brauchst …«
»Du bist ganz schön frech, weißt du das?«
»Bis jetzt habe ich mich ja noch zurückgehalten, aber nun kannst du ruhig erfahren, dass ich eigentlich unausstehlich bin.«
»Ja klar, bis jetzt hast du dich nur von deiner besten Seite gezeigt. Du hast mich versetzt, mich mehrere Male beschimpft und mir unterstellt, dass ich dich verschleppen will. Wenn das deine beste Seite war, dann kann das ja noch lustig werden.«
»Pech, gehabt. Du willst ja unbedingt mit mir zusammen sein. Selber schuld.«
»Was habe ich da nur angestellt«, seufzte er.

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Kapitel 16

Danny sah kurz etwas überrascht aus, sprach aber dann weiter. »Aber, wenn er deiner Meinung nach sowieso kein Problem mit mir hätte, dann könntest du ihm ja auch gleich von mir erzählen.«
»Könnte ich ja, aber leider weiß ich, dass mein Vater absolut unfähig ist, etwas für sich zu behalten. Selbst wenn er sich das vornimmt, dann rutscht es ihm sehr schnell mal raus. Dann würde seine Freundin bald Bescheid wissen und auch gleich die ganze Nachbarschaft. Und da gibt es einige Leute, die gerne mit dem erhobenen Finger auf andere zeigen, nur um von sich und ihrem eigenen Frust abzulenken. Und bei mir glauben sie schon von jeher, dass die sich überall ungefragt einmischen dürfen. Sie betrachten das anscheinend sogar als ihre Pflicht. Deren Kommentare brauche ich echt nicht.«
»Und deine Mutter?«, fragte er fast schon vorsichtig. Es ist ihm natürlich nicht entgangen, dass ich bis jetzt nur von meinem Vater gesprochen hatte.
Ich seufzte. »Genau deshalb glauben ja alle, dass sie sich um mich kümmern müssen. Meine Mutter ist abgehauen, als ich vier war. Über die musst du dir also auch keine Gedanken machen. Frag nicht, darüber können wir ein anderes Mal reden«, beantwortete ich auch gleich seine unausgesprochene Frage.
Er zögerte kurz, schien es sich dann aber anders zu überlegen. »Na siehst du, da hätten wir dann ja schon mal Gesprächsstoff, der sicher nicht langweilig ist«, meinte er wieder etwas entspannter.

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