Kapitel 3

»Darf ich?«, fragte er, auf den Platz neben mir deutend.
Gut, er schien nicht bemerkt zu haben, wie eigenartig ich mich benahm. Obwohl, ich hatte mich ja beim letzten Mal auch schon seltsam benommen; womöglich dachte er, dass das mein normales Verhalten war.
»Sicher, setz dich. Ich warte auf eine Freundin, aber ich bin viel zu früh dran«, brachte ich mit höchster Konzentration hervor und versuchte, alle Gedanken an die Träume zu verdrängen.
»Wie heißt du?«, fragt er mich dann.
»Rory.« Ich wusste genau, was er gleich fragen würde und eigentlich wäre ich ihm zuvor gekommen, aber meine sonstige Schnelligkeit im Umgang mit Worten war verschwunden. Ich musste mich schon konzentrieren, um überhaupt auf seine Fragen antworten zu können.
»Rory? Ist das dein richtiger Name?«
»Eigentlich heiße ich Aurora. Aber ich bevorzuge Rory.«
»Aurora? Die Morgenröte!«
Erstaunt sah ich ihn an. »Wirklich? Das wusste ich nicht. Der Name stammt aus einem Lieblingsbuch meiner Mutter. »Auroras Anlass« von Erich Hackl.«
»Und magst du das Buch auch?«, fragte er mich offensichtlich überrascht.
»Oja, es gehört zu meinen Lieblingsbüchern. Und es ist eindeutig das Buch mit dem besten ersten Satz.«
»Der lautet …?«
»Eines Tages sah sich Aurora Rodriguez veranlasst, ihre Tochter zu töten«, zitierte ich.
»Wow, das ist tatsächlich ein starker erster Satz. Was gehört noch zu deinen Lieblingsbüchern?«

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