Eine meiner Lieblingsautorinnen

$_9Es gibt Autoren, deren Bücher ich kaufe, ohne auch nur auf den Klappentext zu achten, weil ich noch nie enttäuscht wurde. Eine dieser Autorinnen ist Marian Keyes. Ich liebe ihre Geschichten und alle ihre Bücher gehören zu meinen »Wohl-Fühl-Büchern«. Damit ich meine ich die Bücher, die ich immer wieder lese, weil sie mir ein gutes Gefühl geben. Manchmal lese ich das ganze Buch wieder, ein anders Mal vielleicht nur meine Lieblingsszenen.
In ihren Geschichten geht es immer um Frauen, die zwar alles andere als perfekt sind und viele liebenswürdige und sogar verrückte Schwächen haben, aber dennoch auf ihre Weise stark sind. Und obwohl es in allen Geschichten um durchaus ernste Themen, unerfüllter Kinderwunsch, Drogen, psychische Probleme, Tod eines geliebten Menschen, Trennung der Eltern, Alkoholsucht – um ein paar Beispiele zu nennen – geht, plätschern die Geschichten leicht und unterhaltsam dahin. Aber die Ernsthaftigkeit der Themen wird nicht einfach nur auf lustige Weise dargestellt, sondern hinterlässt bei mir eine Art Hoffnung, dass ich vielleicht auch damit umgehen könnte, sollte es mich einmal betreffen.
Was mir besonders gut an den Büchern gefällt ist, dass es fast immer mehr als eine Geschichte gibt, deren Protagonisten auf die eine oder andere Art miteinander verbunden sind. Wie bei dem Film »Tatsächlich Liebe«. Ich mag das und finde es bewundernswert, dass sich mit den Protagonisten oft auch der Erzählstil ändert.
Außerdem gibt es da auch die Familie Walsh. Das erste Buch, das ich von Marian Keyes gelesen habe, handelt von einer der fünf Schwestern dieses Buches. Danach folgten noch Bücher, deren Hauptprotagonistin jeweils eine andere Schwester war. Die Geschichten sind nicht miteinander verbunden und man muss auch die anderen Bücher nicht kennen. Aber man fühlt sich wie ein Teil der Familie, wenn man eine Anspielung auf eine der anderen Schwester versteht.
Auch andere Figuren kommen immer wieder mal in den unterschiedlichen Geschichten vor und auch hier hat man das Gefühl dazuzugehören, weil man als »Insider« die Figur schon kennt.
Gerade habe ich »Neue Schuhe zum Dessert« gelesen und habe mich wieder köstlich amüsiert. Über Gemma, die in ihre eigene Wohnung fährt, um »die Katze zu gießen«, Lilly, die ihrem Anton sexuelle Gefälligkeiten bietet, damit er bei den Bauarbeitern anruft und Jojo, die trotz ihre »Fabelhaftigeit« sehr liebenswürdig ist.
Außerdem geht es in diesem Buch um das Verlagswesen, Literaturagenten und Bücher, die nur wegen der Umstände veröffentlicht werden. Auch wenn es nur eine Geschichte ist, kann man sich durchaus vorstellen, dass es auch in der Realität so passieren könnte.
Mich wundert es fast ein wenig, dass noch keines von Marian Keyes Bücher verfilmt wurde.

Blaubeertage

Achtung: Es könnte ein Spoiler vorkommen. (Man weiß ja oft nicht, was schon als Spoiler gilt, also warne ich lieber.)

Das ist das erste Mal, dass ich hier eine Bewertung über ein Buch schreibe. Und da ich mich nicht als „richtige Buch-Bloggerin“ sehe, werde ich wirklich nur meine Eindrücke beschreiben und nicht erst lang und breit über Cover, Format, Seitenanzahl, etc. schreiben.

Ich fand das Buch so toll, dass ich das einfach mit euch teilen möchte. Ach ja, vielleicht sollte ich mal erwähnen, welches Buch ich überhaupt meine. Es ist, wie der Titel des Blogs schon sagt, „Blaubeertage“ von Kasie West.

Es geht um die 17-jährige Caymen, die zufällig den, im Gegensatz zu ihr, sehr reichen Xander kennenlernt und sich in ihn verliebt. Das ist im Grunde auch schon die Geschichte und von daher ist sie ja erst einmal nicht so besonders.

Aber was sie für mich besonders macht, ist der absolut trockene Humor von Cayemen, ihre sarkastische Art und die witzigen Dialoge. Die ganze Geschichte ist mir während des Lesens immer ein wenig bekannt vorgekommen und auch Caymen hat mich an jemanden erinnert.

Erst nachdem ich das Buch beendet hatte, ist mir aufgefallen, dass es einige Parallelen zu den „Gilmore Gilrs“ gibt. Und ich liebe Lorelei und Rory einfach!

ACHTUNG HIER KOMMT WOMÖGLICH EIN SPOILER!

Genau wie Lorelei ist Susan, Caymens Mutter, ungeplant schwanger geworden und hat den Kontakt zu ihren sehr reichen Eltern abgebrochen. Ohne fremde Hilfe hat sie ihre Tochter mit nur wenig Geld aufgezogen hat sich trotz Geldproblemen geweigert, ihre Eltern um Hilfe zu bitten.

Caymen weiß gar nicht, dass ihre Mutter reich aufgewachsen ist und fühlt sich dem reichen Xander unterlegen und denkt erst, dass sie keine Chance hat, weil sie einfach nicht in seiner Liga spielt. Als sie bei einer Veranstaltung, zu der sie Xander begleitet, ihre sehr reichen und bekannten Großeltern kennenlernt, denkt sie allerdings, dass Xander davon gewusst hat und deswegen auch niemand aus Xanders Familie ein Problem mit ihrer Herkunft hat. Auch das erinnert mich an Rory und Logan, auch wenn die Umstände dort anders waren.

Im Grunde ist die Geschichte wie eine freundlichere und optimistischere Version von den „Gilmore Girls“, da am Schluss alles in Ordnung kommt und sich alle wieder versöhnen, was ja bei den Königinnen-des-schnell-Sprechens aus Stars Hollow ja nicht immer der Fall ist.

Kein Wunder also, dass mir die Geschichte richtig gut gefallen hat und dass ich mich ein wenig in den Humor und die Schlagfertigkeit von Caymen verliebt habe.

Was mich an solchen Büchern aber unheimlich stört, ist das ich mich wie ein absoluter Dilettant fühle, wenn sich sie lese. Ich möchte auch so spritzige Dialoge schreiben  und meine Protagonisten einen so unverwechselbaren Humor verpassen können. Dieses Buch kommt auf alle Fälle auf die Liste meiner Inspirationsquellen!

 

 

Was nun?

Im Moment weiß ich nicht recht, wie es weitergehen soll.

Mein erstes Buch ist eher zufällig entstanden. Ich habe einfach begonnen, all die Geschichten nieder zuschreiben, die sich in meinem Kopf angesammelt hatten. Während über Jahre aus einer Flut von Wörtern und Ideen mit viel Mühe und Einsatz tatsächlich ein Buch entstanden ist, habe ich wahnsinnig viel gelernt.

Die Ziele, die ich mir selber gesteckt hatte, als ich den Entschluss fasste, tatsächlich meine Geschichte als Buch zu veröffentlichen, habe ich eigentlich erreicht. Meine Erwartungen wurden sogar übertroffen.

Aber was nun? Ich habe mir so viel erarbeitet während der letzten Jahre. Und zwar in allen Bereichen, die mit Self-Publishing zu tun haben.

Ich habe mich beim Schreiben weiterentwickelt und weiß nun viel besser, worauf ich achten muss, wie ich was schreiben sollte und auch wie ich, was umsetzten kann. Den Prozess zwischen Schreiben und Veröffentlichen habe ich für mich passend optimiert und das Formatieren der fertigen Datei ist auch schon zur Routine geworden.

Bei Tolino Media, KDP und Create Space weiß ich, wo ich was anklicken oder wie hochladen muss, damit auch alles richtig eingegeben ist.

Ich habe mir ein Netzwerk aufgebaut, habe Follower auf Twitter und meiner Facebook-Seite. Ich weiß, wie man eine Leserunde macht und wo ich wann, Werbung für meine Bücher machen kann.

Also eigentlich sollte ich weitermachen. Vor allem, da ich oft gefragt werde, wann es den dritten Teil meiner Dannory-Reihe geben wird. Ich möchte ja auch weitermachen. Das Schreiben selber macht mir Spaß und Ideen habe ich noch mehr als genug, aber …

Aber mir fehlt einfach die Zeit. Als ich begonnen habe mein erstes Buch zu scheiben, habe ich zwar auch viel gearbeitet, aber eben hauptsächlich körperlich zu Hause in der Landwirtschaft. Dabei hatte ich viel mehr Zeit, meine Geschichte im Kopf weiterzuspinnen. Abends habe ich dann niedergeschrieben, was ich mir tagsüber ausgedacht habe. Das war anstrengend, aber es ging irgendwie. Außerdem habe ich zu Hause gearbeitet und konnte mir meine Zeit so einteilen, dass ich den Kindern mit der Hausübung helfen oder im Haushalt mal was zwischendurch erledigen konnte.

Seit ein paar Monaten arbeite ich aber Vollzeit in einem Büro. Ich sitze also den ganzen Tag vor dem Computer und habe keine Zeit meine Geschichten weiterzuspinnen, weil ich mich etwas mehr konzertieren, muss als beim Kühefüttern. Wenn ich dann nach acht Stunden nach Hause komme, sind ja auch noch die Kinder und der Haushalt.

Kochen, gemeinsam essen, Hausübungen kontrollieren oder besprechen, den nächsten Tag planen und organisieren, Küche aufräumen, schnell die Waschmaschine einschalten, die Kinder ins Bad scheuchen und dann endlich selber mal in Ruhe duschen und Gammelhose anziehen.

Wenn mein Mittel-Kind (der Große ist ja unter der Woche nicht da) um neun ins Bett geht und endlich Ruhe einkehrt, fehlt mir dann ganz einfach die Energie und auch die Motivation, mich noch vor den Computer zu setzen, um noch was zu tun. Und am Wochenende sind auch ständig Termine und wenn nicht, bin froh, einfach mal nichts zu tun.

Einerseits will ich mich doch immer wieder mal aufraffen, um zu schreiben, weil es mir ja doch Spaß macht. Und weil es eben auch schade ist, nun nicht weiterzumachen, jetzt wo ich schon so viel erreicht und mir so Vieles erarbeitet habe.

Andererseits stresst es mich aber auch, dass ich an mich selber die Erwartung habe, dass es weitergehen soll. Wenn ich am Abend zu müde bin oder einfach keine Lust habe, schon wieder vor dem Computer sitzen, habe ich fast schon ein schlechtes Gewissen. Denn eigentlich sollte ich ja bei meiner nächsten Geschichte weiterschreiben. Oder ich sollte mich auf Facebook etwas mehr einbringen, wieder mal was twittern, einen neuen Blogbeitrag schreiben und auf meiner Facebook-Seite was Neues posten. Dranbleiben an dem was ich mir aufgebaut habe. So ein Netzwerk will gehegt und gepflegt werden und für meine Bücher muss ich auf die eine oder andere Art immer wieder mal Werbung machen, sonst rutscht es immer weiter nach unten und wird unsichtbar.

Also ich habe nun für mich entschieden, dass ich mich mehr stressen werde. Wenn ich mal eine ganze Woche weder Zeit noch Lust für meine neue Geschichte oder das Netzwerken für meine schon veröffentlichten Bücher habe, dann ist das eben so. Und wenn ich für mein nächstes Buch wieder mehrere Jahre brauche – was soll`s;)

Außerdem sind meine Kinder ja bald so alt, dass sie mich nicht mehr so viel brauchen und dass ich nicht noch nach der Arbeit Vokabeln abfragen oder bei Gleichungen helfen muss. Der Große ist schon nur mehr am Wochenende zu Hause und die anderen beiden werden auch mit jedem Jahr selbstständiger. Und irgendwann kommt die Zeit, wo ich nach der Arbeit dann wirklich Zeit für mich habe und bis dahin geht mein Wissen ja nicht verloren.

Man weiß nie, was das Leben noch bringt und nach einem guten Start als Hobby-Autorin habe ich jetzt noch viel Zeit, darauf aufzubauen.